Stabile AuftrÀge hellen Stimmung im Maschinenbau auf
04.02.2026 - 11:35:52Nach drei Jahren mit teils deutlichen RĂŒckgĂ€ngen sind im vergangenen Jahr preisbereinigt genauso viele Bestellungen eingegangen wie im Jahr zuvor, berichtet der Branchenverband VDMA in Frankfurt.
Das "reale Nullwachstum" sei vor allem durch zusĂ€tzliche Order aus dem Euro-Raum (plus 7 Prozent) getrieben. Aus dem Inland kamen hingegen 1 Prozent weniger AuftrĂ€ge und auch die Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Ausland gingen um 2 Prozent zurĂŒck. Hier wirken sich auch EinbuĂen durch die US-Zollpolitik unter PrĂ€sident Trump aus.
Bessere Stimmung bei wichtigen Kunden
Auch bei wichtigen Kunden wie der Autoindustrie sorgt das EuropageschĂ€ft fĂŒr bessere Stimmung. Der Ifo-GeschĂ€ftsklimaindex ist im Januar wegen positiverer GeschĂ€ftserwartungen leicht gestiegen. Vor allem im Ausland rechnen die Unternehmen mit deutlich besseren GeschĂ€ften. "Den amtlichen Daten zu den AuftragseingĂ€ngen nach zu urteilen, spielt hier der innereuropĂ€ische Handel die treibende Rolle", sagt Ifo-Expertin Anita Wölfl. Insbesondere gegenĂŒber China, zunehmend aber auch zu den USA habe die deutsche Autoindustrie WettbewerbsfĂ€higkeit verloren.
Die Unternehmen im Maschinenbau blicken inzwischen insgesamt zuversichtlicher nach vorn. "Die Anzeichen auf eine konjunkturelle Bodenbildung fĂŒr den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland verdichten sich", bilanziert VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt.
Er weist auf die zunehmenden Bestellungen im vierten Quartal hin. Die Monate Oktober bis Dezember brachten nach Verbandsangaben getragen vom AuslandsgeschĂ€ft real drei Prozent mehr AuftrĂ€ge. Hier waren gegen den Jahrestrend vor allem die Bestellungen aus den Nicht-Euro-LĂ€ndern ĂŒberproportional gewachsen.
Produktion soll wieder zulegen
Das sollte 2026 auch auf die zuletzt stark zurĂŒckgefahrene Produktion in den Betrieben durchschlagen. "FĂŒr 2026 prognostizieren wir daher unverĂ€ndert ein kleines Plus in der Produktion von real ein Prozent", bekrĂ€ftigt Gernandt. Zuletzt hatte der Verband fĂŒr 2025 den ProduktionsrĂŒckgang auf 5 Prozent geschĂ€tzt. Auch in den beiden Jahren zuvor war die Produktion in dem Industriezweig geschrumpft.
Folgerichtig hat sich die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt aufgehellt. Laut der VDMA-Konjunkturerhebung bewerteten im Januar knapp 30 Prozent der insgesamt 962 teilnehmenden Unternehmen die aktuelle Lage als gut oder sehr gut. Im Oktober hatten das nur 23 Prozent getan. Schlecht oder sehr schlecht ist die Lage aus der Sicht von 24 Prozent der Unternehmen. Bei der vorhergehenden Befragung hatten das noch 33 Prozent erklĂ€rt. Auch die mittelfristigen Aussichten haben sich spĂŒrbar verbessert.
Steigende UmsÀtze erwartet
FĂŒr das laufende Jahr rechnen rund 57 Prozent der Unternehmen mit einer nominalen Umsatzsteigerung, also einschlieĂlich der Preiserhöhungen. Knapp 29 Prozent sehen eine Stagnation als realistisch an und weniger als 15 Prozent erwarten einen UmsatzrĂŒckgang.
Die Ergebnisse seien nicht mehr als ein hoffnungsvolles Zeichen, mahnt der VDMA-Chefvolkswirt. Es brauche jetzt politische RĂŒckendeckung, um eine Trendwende hinzulegen. "Wir brauchen Reformen, die die WettbewerbsfĂ€higkeit erhöhen in Deutschland und Europa."

