ROUNDUP, Inflation

Inflation verharrt im November bei 2,3 Prozent

28.11.2025 - 14:19:29

Die Teuerung in Deutschland hĂ€lt sich hartnĂ€ckig ĂŒber der Zwei-Prozent-Marke.

Die Verbraucherpreise lagen im November um 2,3 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats - wie schon im Oktober. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis vorlĂ€ufiger Zahlen mit. Von Oktober auf November des laufenden Jahres sanken die Verbraucherpreise nach Berechnung der Wiesbadener Statistiker um 0,2 Prozent.

Lebensmittel und Dienstleistungen teurer

Treiber fĂŒr die Inflation im November waren wie schon in den vergangenen Monaten deutlich gestiegene Preise fĂŒr Dienstleistungen, die sich erneut um 3,5 Prozent verteuerten. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel Autoversicherungen, Pauschalreisen sowie Friseur- und Restaurantbesuche. Unter anderem höhere Löhne sorgen hier fĂŒr einen Preissprung.

Die Lebensmittelpreise lagen im November um 1,2 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats und stiegen damit weniger als die allgemeine Inflationsrate. Allerdings spĂŒren die Menschen beim tĂ€glichen Einkauf, dass viele Nahrungsmittel teils deutlich teurer sind als noch vor einigen Jahren.

Tanken und Heizen billiger

Kaum noch Entspannung gibt es bei den Energiepreisen: Kraftstoffe, Strom und Gas waren der Statistik zufolge im November 2025 insgesamt 0,1 Prozent gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor. Die von Ökonomen besonders beachtete Kerninflation ohne die schwankungsanfĂ€lligen Preise fĂŒr Nahrungsmittel und Energie verringerte sich im November etwas auf 2,7 Prozent.

Je höher die Inflationsrate, desto geringer die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich fĂŒr einen Euro dann weniger leisten. Zwar ist die Preiswelle ausgelaufen, die Deutschland nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erfasste. Damals verteuerten sich Energie und Lebensmittel rasant, das ließ die Inflationsrate auf 6,9 Prozent (2022) und 5,9 Prozent (2023) in die Höhe schnellen. FĂŒr dieses Jahr erwarten Wirtschaftsforschungsinstitute eine moderate Inflationsrate von 2,1 Prozent - Ă€hnlich wie 2024.

Preisniveau bleibt erhöht

Ein deutliches Sinken der Inflationsrate ist erst einmal aber nicht in Sicht. Nach EinschĂ€tzung von Ökonomen mĂŒssen sich Verbraucher in Deutschland vorerst mit Teuerungsraten oberhalb der Zwei-Prozent-Marke abfinden.

Die Inflationsrate in Deutschland, der grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft der Eurozone, hat fĂŒr die Geldpolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) besondere Bedeutung. Die Notenbank peilt mittelfristig eine Inflationsrate von 2,0 Prozent fĂŒr den gesamten Euroraum an. Bei einer solchen Teuerung sieht die EZB ihre wichtigste Aufgabe erfĂŒllt, fĂŒr stabile Preise zu sorgen.

Das Statistische Bundesamt berechnet jeden Monat, wie sich Preise entwickelt haben. Dazu notieren die Statistiker in GeschĂ€ften, was Obst und GemĂŒse, Schuhe oder Möbel kosten. Wie hoch ist die Wohnungsmiete, was kostet Sprit an der Tankstelle? Tausende Einzelpreise von Waren und Dienstleistungen werden reprĂ€sentativ nach dem stets gleichen Schema erfasst. Ein Teil wird auch im Internet erhoben.

@ dpa.de