Zölle von 25 Prozent fĂŒr LĂ€nder mit Iran-GeschĂ€ften
13.01.2026 - 06:34:59Das kĂŒndigte PrĂ€sident Donald Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social an - offenbar als Reaktion auf die gewaltsame Niederschlagung regierungskritischer Proteste im Iran.
Trumps knappe AnkĂŒndigung lieĂ allerdings viele Fragen offen. So war zunĂ€chst nicht klar, was genau seine Formulierung zu LĂ€ndern, die "GeschĂ€fte mit dem Iran machen", umfasst. Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, gehören unter anderem China, Indien, die Emirate und die TĂŒrkei. Aber auch EU-LĂ€nder wie Deutschland betreiben in geringem Umfang Handel mit dem Iran, eingedĂ€mmt durch Sanktionen und politische Hindernisse.
Trump sprach von einer "endgĂŒltigen Anordnung", die ab sofort gelte. Vom WeiĂen Haus wurde zunĂ€chst aber kein solcher Erlass des PrĂ€sidenten veröffentlicht. Trump hat schon hĂ€ufiger neue Zölle, oder Erhöhungen existierender EinfuhrgebĂŒhren, angekĂŒndigt, die dann teils zurĂŒckgenommen oder aufgeschoben wurden.
Trump setzt auf Indirekte Zölle - Neuer Konflikt mit China?
Trump, der ein erklĂ€rter Fan von Zöllen ist, kann dem Iran nicht mit direkten StrafgebĂŒhren drohen, da die USA selbst kaum Handel mit Teheran betreiben. Deswegen scheint Trump nun auf Zölle zu setzen, die andere LĂ€nder von GeschĂ€ften mit der Islamischen Republik abhalten sollen.
Es ist nicht das erste Mal, dass der US-PrÀsident zu diesen sogenannten indirekten Zöllen greift. So hatte Trump bereits im Ukraine-Krieg wegen KÀufen russischen Erdöls Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Indien verhÀngt.
ZusĂ€tzliche Iran-Zölle gegen China könnten unterdessen den Handelskonflikt zwischen den zwei weltgröĂten Volkswirtschaften nach relativer Ruhe wieder anfachen. Firmen in China kaufen sowohl iranisches als auch russisches Ăl - das Land blieb aber von den "SekundĂ€rzöllen" bisher verschont.
Rechtliche Grundlage der neuen Zölle offen
Unklar blieb auch, mit welcher rechtlichen Grundlage die Zölle gegen Irans Handelspartner verhĂ€ngt werden sollen. Bisher setzte Trump dafĂŒr gröĂtenteils auf das Notstandsgesetz IEEPA (International Emergency Economic Powers Act). Allerdings prĂŒft das Oberste Gericht der USA gerade, ob der Einsatz des Gesetzes rechtmĂ€Ăig war. Die Richter machten in einer Anhörung zu dem Streit einen eher skeptischen Eindruck.
Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritÀre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben inzwischen eine landesweite Dimension angenommen. In StÀdten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler HÀrte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.
Trump hatte den Demonstranten öffentlich den RĂŒcken gestĂ€rkt und die iranische Regierung vor einer brutalen Niederschlagung der Proteste gewarnt. Am Wochenende sagte er vor Journalisten, dass die Regierung in Teheran mit den USA verhandeln wolle. Zugleich hielt er die Drohung eines militĂ€rischen Eingreifens aufrecht.

