Britische Medien zÀhlen Premierminister Keir Starmer an
05.02.2026 - 12:08:02Die Zeitung "The Guardian" zitierte Abgeordnete aus Starmers Labour-Partei mit der Aussage, dass die Tage des Premiers gezÀhlt seien. Die BBC kommentierte: "Starmer kann sich solche Tage nicht mehr leisten."
Was war passiert? Die jĂŒngst veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten hatten aufs Neue eine enge Freundschaft zwischen dem frĂŒheren Wirtschaftsminister Mandelson und Epstein nahegelegt. Schlimmer noch: E-Mail-VerlĂ€ufe sollen zeigen, dass Mandelson wĂ€hrend der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Investor weitergegeben hat. Der Politiker Ă€uĂerte sich bislang nicht zu diesen VorwĂŒrfen, inzwischen ermittelt auch die Polizei.
Im Februar 2025 war der frĂŒhere EU-Kommissar von der Starmer-Regierung zum britischen Botschafter in den USA berufen worden. Damals galt der 72-JĂ€hrige, der wegen seines Machtstrebens den Spitznamen "Prince of Darkness" verpasst bekommen hatte, als taktisch kluge Wahl, um britische Interessen bei US-PrĂ€sident Donald Trump durchzusetzen. Die entscheidende Frage ist nun, wie viele Details aus der Epstein-Verbindung bei Starmer und dessen Stab bekannt waren.
Starmers unsichere Zukunft
"Selbst Starmers VerbĂŒndete sind sich ĂŒber seine Zukunft unsicher", schrieb die bestens vernetzte Politikredakteurin Beth Rigby vom Sender Sky News. Am Mittwochabend hatte das Unterhaus des Parlaments ohne Gegenstimmen beschlossen, dass die Dokumente zu Mandelsons Ernennungsverfahren veröffentlicht werden mĂŒssen. Zwar sollen Informationen, die der nationalen Sicherheit oder den internationalen Beziehungen schaden könnten, ausgenommen sein. Unter dem groĂen Druck musste Starmer aber ZugestĂ€ndnisse machen.
In Ungnade gefallen war Mandelson wegen seiner Epstein-Verbindung schon im vergangenen Jahr, seinen Posten als Botschafter verlor er im September 2025. Er sitzt seit dieser Woche zudem nicht mehr im britischen Oberhaus, seinen Titel als "Lord" soll er auch noch verlieren. "Er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen", sagte Starmer. HĂ€tte er damals gewusst, was er heute weiĂ, wĂ€re Mandelson nicht einmal in die NĂ€he der Regierung gekommen, beteuerte der Premier. Ob diese Distanzierung ausreicht, werden die kommenden Tage zeigen.

