Aktien Wien Schluss: ATX gibt leicht nach
06.12.2023 - 18:04:03 | dpa.deDer ATX AT0000999982 schloss mit minus 0,19 Prozent auf 3306,51 Punkten, nachdem er ĂŒber weite Strecken des Tages kaum verĂ€ndert um die Nulllinie gependelt hatte. An den europĂ€ischen Leitbörsen gab es hingegen klare ZuwĂ€chse. "FĂŒr UnterstĂŒtzung sorgen die fortgesetzten RenditerĂŒckgĂ€nge im Zuge der Hoffnungen auf eine baldige Zinswende", kommentierten die Helaba-Analysten.
Den Leitindex in Ăsterreich bremsten vor allem die klare AbschlĂ€ge beim Verbund. Die Papiere des Stromversorgers Verbund bĂŒĂten 3,1 Prozent auf 86,50 Euro ein. Hier haben laut Marktkreisen die Experten von der Societe Generale FR0000130809 ihr Anlagevotum von "Hold" auf "Sell" herabgesetzt und das Kursziel von 80,50 auf 77,10 Euro gekappt.
Pierer Mobility (frĂŒher KTM Industries) kĂŒrzte den Jahresausblick und die Aktie rutschte um fast elf Prozent ab. Das Unternehmen des Industriellen Stefan Pierer rechnet nunmehr mit einem Umsatzwachstum von 7 bis 9 Prozent bei einer Ergebnismarge (Ebit-Marge) zwischen 5 bis 7 Prozent. Im Halbjahr, wo man sich noch optimistischer gab, war mit einem Umsatzwachstum von 6 bis 10 Prozent und einer Marge von 8 bis 10 Prozent gerechnet worden. Zudem baut das Unternehmen kommendes Jahr in Ăsterreich bis zu 300 Jobs ab. Als Grund fĂŒhrt der Unternehmensvorstand in einer Aussendung vom Dienstagabend "die nachteiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa" an.
Auf Unternehmensebene lag sonst eine recht dĂŒnne Meldungslage vor. Halbjahreszahlen wird erst am morgigen Donnerstag Zumtobel AT0000837307 prĂ€sentieren. Im Vorfeld der ErgebnisprĂ€sentation gaben die Titel des Leuchtenherstellers 0,7 Prozent ab. FĂŒr die anstehenden Zweitquartalszahlen erwarten von der APA befragte Analysten einen RĂŒckgang auf allen Ebenen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
Von Analystenseite meldete sich zudem die Erste Group AT0000652011 und revidierte ihr Kursziel fĂŒr die Aktien des Flughafen Wien von 52,20 auf 55,00 Euro nach oben. Gleichzeitig wurde die Kaufempfehlung "Accumulate" bestĂ€tigt. Die Airport-Titel zeigten sich mit minus 0,3 Prozent bei 47,65 Euro.
Weiters bestĂ€tigte Warburg Research die Kaufempfehlung "Buy" fĂŒr die UBM-Aktien. Auch das Kursziel von 29,2 Euro fĂŒr die Papiere des Immobilienunternehmens wurde unverĂ€ndert belassen. Der zustĂ€ndige Analyst verweist auf einen positiven Nachrichtenfluss des Unternehmens inmitten einer Sektorkrise der Immobilienentwickler und begrĂŒndet damit seine Beibehaltung des Kaufvotums. Die UBM-Papiere bauten ein Plus von 0,5 Prozent bei 20,60 Euro.
Unter den Schwergewichten stĂ€rkten sich Voestalpine AT0000937503 um 1,1 Prozent. Die Banken fanden keine klare Richtung. Bawag AT0000BAWAG2 verbilligten sich um 0,7 Prozent. Erste Group und Raiffeisen Bank International AT0000606306 legten leicht um 0,1 Prozent bzw. 0,6 Prozent zu. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) mahnt die Banken, fĂŒr dieses Jahr nicht zu hohe Dividenden auszuschĂŒtten. Einzelne Institute sollten wegen des Wertverfalls bei Immobilien vielleicht gar keine Gewinne ausschĂŒtten, sondern fĂŒr KreditausfĂ€lle vorsorgen, sagten die FMA-VorstĂ€nde Helmut Ettl und Eduard MĂŒller auf eine Pressekonferenz Wien.
Mit tieferen Rohölnotierungen gaben auch Aktien aus dem Ălbereich nach. Der US-Ălpreis WTI ist erstmals seit Anfang Juli unter die Marke von 70 US-Dollar gefallen. Die Papiere des niederösterreichischen ĂlfeldausrĂŒsters Schoeller-Bleckmann fielen um 1,5 Prozent und OMV AT0000743059-Titel gaben um 0,4 Prozent nach.
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