Ergebnisse, Produktion/Absatz

Schwaches China-GeschÀft bremst Siemens Healthineers

31.07.2024 - 10:03:45

Die zurĂŒckhaltende Nachfrage in China hat dem Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers DE000SHL1006 auch im dritten Quartal zu schaffen gemacht.

Sie bremste vor allem das GeschĂ€ft mit der Bildgebung. Die Siemens-Tochter DE0007236101 wurde fĂŒr die Sparte, die den Löwenanteil zu Umsatz und Ergebnis beitrĂ€gt, daher pessimistischer fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr. Jedoch sah Konzernchef Bernd Montag bei der Vorlage der Quartalszahlen Licht am Ende Tunnels. Insgesamt konnte Siemens Healthineers Umsatz und Ergebnis steigern - auch dank deutlicher Fortschritte bei der Restrukturierung der Labordiagnostik.

Die im Leitindex Dax DE0008469008 notierte Aktie geriet am Mittwochmorgen unter Druck. Vor allem von der Bildgebung zeigten sich Marktbeobachter enttÀuscht. Das Papier verlor zu Handelsbeginn knapp 7 Prozent. Umsatz und operatives Ergebnis seien schwÀcher als erwartet ausgefallen, bemerkte JPMorgan-Analyst David Adlington. Um an die MarktschÀtzungen heranzukommen, brauche Healthineers im vierten GeschÀftsquartal eine Wachstumsbeschleunigung.

Im dritten GeschÀftsquartal (per Ende Juni) stieg der Umsatz um 4,3 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Erlangen mitteilte. Dabei legte Siemens Healthineers in der amerikanischen sowie europÀischen Region deutlich zu. Dagegen sanken die UmsÀtze in China auf vergleichbarer Basis im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Dabei ausgeklammert sind WÀhrungs- und Portfolioeffekte.

Gebremst wurde das GeschĂ€ft von einer anhaltend verzögerten Auftragsvergabe in China im Zusammenhang mit den Antikorruptionsmaßnahmen der Regierung. Dies betraf vor allem das GeschĂ€ft mit der Bildgebung. Anfang Mai hatte Healthineers noch eine Besserung fĂŒr das zweite GeschĂ€ftshalbjahr in Aussicht gestellt. Konzernchef Montag hofft nun auf das kommende GeschĂ€ftsjahr und erwartet 2025 entsprechende Nachholeffekte. Im vierten Quartal dĂŒrfte sich die Umsatzentwicklung in der Region stabilisieren, schĂ€tzt das Unternehmen.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte im Quartal um neun Prozent auf 825 Millionen Euro zu. Dabei profitierte das Unternehmen von Einsparungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung seiner Labordiagnostik-Sparte, die deutlich zulegen konnte. Montag sieht den Umbau des GeschĂ€fts auf Kurs, Healthineers komme dabei zĂŒgiger voran als gedacht.

Auch die ErgebnisbeitrĂ€ge des US-Krebsspezialisten Varian stiegen betrĂ€chtlich, wohingegen die Ergebnisse der Bildgebungssparte sanken. Negative WĂ€hrungseffekte bremsten zudem die Entwicklung. Nach Steuern verdiente der Konkurrent der niederlĂ€ndischen Philips NL0000009538 mit 472 Millionen Euro fĂŒnf Prozent mehr. Analysten hatten sich insgesamt mehr erhofft.

Die Prognose fĂŒr das laufende Jahr bekrĂ€ftigte Healthineers. Dabei geht das Unternehmen weiter davon aus, bei dem avisierten vergleichbaren Umsatzwachstum von 4,5 bis 6,5 Prozent eher das untere Ende der Bandbreite zu erreichen. Wegen des schwachen China-GeschĂ€fts senkte das Management die Umsatzprognose fĂŒr die Bildgebung. Das wirke sich auch auf die Ergebnisse aus, sagte Finanzvorstand Jochen Schmitz in einer Telefonkonferenz. So dĂŒrfte die Sparte eine Marge eher am unteren Ende der in Aussicht gestellten Bandbreite erreichen. Bei der Labordiagnostik sieht er hingegen inzwischen das obere Ende des Margenziels als möglich an.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie des Konzerns sieht das Management bei 2,10 bis 2,30 Euro. Dabei klammert Healthineers kĂŒnftig auch Restrukturierungskosten wie jene in der Labordiagnostik aus.

@ dpa.de | DE0007236101 ERGEBNISSE