Eigenheimbau in Deutschland bricht historisch ein
11.02.2026 - 04:02:12Der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland ist auf den tiefsten Stand seit Gründung der Bundesrepublik gesunken. Das zeigt der aktuelle Wohnungsmarktbericht des Forschungsinstituts Empirica. Die Prognosen für die kommenden Jahre sind noch düsterer.
Zahlen belegen dramatischen Einbruch
Die offiziellen Daten des Statistischen Bundesamtes sind alarmierend. Im Jahr 2024 wurden nur noch rund 251.900 Wohnungen fertiggestellt – ein Minus von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders hart traf es den privaten Eigenheimbau:
* Die Fertigstellungen von Einfamilienhäusern brachen um 22,1 Prozent auf 54.500 Einheiten ein.
* Bei Zweifamilienhäusern sank die Zahl um 26,2 Prozent auf nur noch 17.600 Wohnungen.
Insgesamt entstanden 2024 damit nur rund 72.000 Wohnungen in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern. Experten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sehen hier den niedrigsten Wert der letzten zwanzig Jahre pro Kopf.
Eine toxische Mischung aus Krisenfaktoren
Was bringt den Traum vom Eigenheim zum Platzen? Nicht ein einzelner Grund, sondern ein Bündel an Belastungen:
* Explodierende Finanzierungskosten durch die Zinswende der EZB.
* Massiv gestiegene Baukosten für Material und Fachkräfte.
* Knappes und teures Bauland, vor allem in Ballungsräumen.
* Strengere Klimaauflagen und als hinderlich empfundene Förderpolitik.
Diese Mischung macht die Kalkulation für viele private Bauherren unmöglich. Die Folge: Projekte werden gestoppt, Baugenehmigungen laufen ins Leere.
Der gesamte Wohnungsmarkt gerät unter Druck
Der Kollaps beim Eigenheim hat Folgen für alle. Der Geschosswohnungsbau kann den Ausfall nicht auffangen. Die Lücke zwischen hoher Nachfrage und schrumpfendem Angebot wächst – und treibt die Mieten weiter nach oben. Empirica rechnet für 2026 mit Mieterhöhungen von drei bis vier Prozent.
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Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr rückt damit in weite Ferne. Stattdessen warnen Wirtschaftsinstitute vor einer Verschärfung der Krise:
* Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet für 2026 nur noch 215.000 Fertigstellungen.
* Das ifo Institut prognostiziert sogar nur 175.000 neue Wohnungen.
Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Laut Empirica könnte eine Erholung frühestens ab 2028 einsetzen – falls sich die Rahmenbedingungen deutlich verbessern. Ob politische Maßnahmen wie der geplante „Bau-Turbo“ den Markt aus der tiefsten Krise seit Jahrzehnten holen können, bleibt offen.
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