FrĂŒhjahrsbelebung auf Arbeitsmarkt ohne groĂen Schwung
31.03.2026 - 13:26:23 | dpa.de"Von einer FrĂŒhjahrsbelebung ist am Arbeitsmarkt noch nicht viel zu spĂŒren", sagte etwa der Arbeitsmarktexperte von Deutsche Bank Research, Marc Schattenberg.
Belebung ohne Schwung
"Im MĂ€rz beginnt wie ĂŒblich die FrĂŒhjahrsbelebung - dieses Jahr allerdings ohne nennenswerten Schwung", sagte auch die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, Andrea Nahles. Sie prĂ€sentierte mit 3,021 Millionen erneut eine Zahl von mehr als drei Millionen Arbeitslosen. Allerdings: Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen immerhin um 49.000 gesunken - stĂ€rker als in den drei Jahren zuvor.
Im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres bedeutet das jedoch ein Plus von 54.000 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote sank im MĂ€rz gegenĂŒber Februar um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent. FĂŒr die MĂ€rz-Statistik zog die Bundesagentur Datenmaterial heran, das bis zum 12. des Monats vorgelegen hatte.
Iran-Krieg-Auswirkungen noch nicht berĂŒcksichtigt
Die Bundesagentur sieht derzeit lediglich saisonale Ursachen fĂŒr die leichte Belebung, konjunkturelle GrĂŒnde seien bisher nicht zu erkennen. Die Situation im Iran habe sich in den bisherigen Zahlen noch nicht niedergeschlagen - womöglich ein Grund zur Sorge. Denn die Auswirkungen von Ălpreisschock und wachsender Unsicherheit könnten in den nĂ€chsten Monaten noch deutlich wirken und sich etwa in der ZurĂŒckhaltung bei der Einstellung neuer BeschĂ€ftigter zeigen.
"Es steht zu befĂŒrchten, dass neben den hausgemachten Problemen in KĂŒrze auch der Iran-Krieg voll auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen wird", sagte der Arbeitsmarkt-Experte der Linke-Bundestagsfraktion, Pascal Meiser. Er forderte die Abkehr von fossilen EnergietrĂ€gern und die StĂ€rkung unterer und mittlerer Einkommen zur StĂ€rkung der Binnennachfrage.
Die monatliche Studie der Marktforschungsinstitute GfK und NIM zum Konsum in Deutschland hatte bereits vor Tagen Alarmsignale gesendet, weil die Erwartungen der Deutschen zum Einkommen eingebrochen waren und bei den Verbrauchern InflationsÀngste vorherrschen.
"Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, auch durch weitere internationale Unsicherheiten", sagte Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD). "Umso wichtiger ist, dass wir jetzt gezielt gegensteuern. Mit dem Investitionspaket von 500 Milliarden Euro setzen wir einen starken Impuls fĂŒr BeschĂ€ftigung und wirtschaftliche StabilitĂ€t." Gleichzeitig wĂŒrden Betriebe und BeschĂ€ftigte im Wandel unterstĂŒtzt mit Qualifizierung, Weiterbildung und Instrumenten, die direkte ĂbergĂ€nge in neue Arbeit erleichterten.
Maschinenbauverband will SozialbeitrÀge senken
Der Verband der Maschinenbauindustrie (VDMA) ĂŒbte Kritik an politischen Entscheidungen. "WĂ€hrend der Staat Jobs schafft, baut die Industrie sie ab. Das ist ein strukturelles Problem", sagte VDMA-Vertreter Fabian Seus. "So wird der wirtschaftliche Aufschwung nicht gelingen."
Nötig seien niedrigere SozialversicherungsbeitrĂ€ge und mehr FlexibilitĂ€t. "Staatliche Investitionen sind kein SelbstlĂ€ufer. Wer Milliarden in die Wirtschaft pumpt, ohne gleichzeitig die strukturellen Bremsklötze zu entfernen, wird wenig bewegen, jedoch viel verpulvern", sagte Seus. "Die Rechnung dafĂŒr zahlen am Ende unsere nachfolgenden Generationen."
Im Monat MĂ€rz erhielten nach Zahlen der Bundesagentur 1,104 Millionen Menschen Arbeitslosengeld, 98.000 mehr als im MĂ€rz 2025. Die Zahl der erwerbsfĂ€higen BĂŒrgergeldempfĂ€nger belief sich einer Hochrechnung der Bundesagentur zufolge auf 3,82 Millionen - 147.000 weniger als ein Jahr zuvor. Viele BĂŒrgergeldempfĂ€nger arbeiten, der Verdienst muss jedoch mit Hilfe von BĂŒrgergeld aufgestockt werden, um die Kosten des Lebensunterhaltes zu decken.
ArbeitskrÀftenachfrage auf niedrigem Niveau stabil
Die Nachfrage nach ArbeitskrĂ€ften hat sich den Angaben der Bundesagentur zufolge auf niedrigem Niveau stabilisiert. Bei den Arbeitsagenturen waren im MĂ€rz insgesamt 638.000 freie Stellen gemeldet, das sind 5.000 weniger als noch vor einem Jahr. Es bleibt fĂŒr Arbeitslose somit weiter schwierig, eine neue Stelle zu finden.
Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es weiterhin eine deutliche DeckungslĂŒcke. 213.000 junge Leute hatten bis MĂ€rz weder eine Lehrstelle noch eine Alternative gefunden - und das, obwohl mit 366.000 gemeldeten AusbildungsplĂ€tzen mehr Stellen zur VerfĂŒgung stehen, als rechnerisch fĂŒr die 332.000 Bewerber nötig werden. Allerdings unterliegt die Zahl der gemeldeten Stellen einer statistischen Problematik bei der Bundesagentur - die tatsĂ€chliche Zahl dĂŒrfte SchĂ€tzungen zufolge um etwa acht Prozent höher liegen.
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