AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Adidas sacken ab nach BofA-Abstufung - TrĂŒber Branchenausblick

06.01.2026 - 12:50:46 | dpa.de

Eine Kehrtwende der Bank of America (BofA) in der EinschÀtzung von Adidas DE000A1EWWW0 hat das Papier des Sportartikelherstellers am Dienstag schwer belastet.

Im kaum verĂ€nderten Gesamtmarkt bĂŒĂŸte es gegen Mittag 7,0 Prozent auf 158,00 Euro ein und war damit Schlusslicht im Leitindex Dax DE0008469008.

Die Gewinne der Aktie seit ihrem 29-Monatstief im November von 150,40 Euro haben sich damit großteils in Luft aufgelöst. Seitdem hatten wohl nicht zuletzt auch Hoffnungen auf die 2026 anstehende Fußball-Weltmeisterschaft dem Kurs Impulse gegeben. Nun zeigte sich Analyst Thierry Cota im europĂ€ischen Branchenausblick auf 2026 skeptisch und hĂ€lt den erhofften Aufschwung fĂŒr eine Illusion.

Er kappte das Kursziel der Adidas-Aktie von 213 auf 160 Euro und senkte sein Anlageurteil um gleich zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform", womit er in der Aktie nun einen der am wenigsten attraktiven Werte in seinem Beobachtungsuniversum sieht.

Ihm zufolge sind keine Anzeichen einer Wende zum Besseren fĂŒr die Sportartikelbranche erkennbar. Der Abschwung, der im zweiten Quartal 2023 begonnen habe, dĂŒrfte zwar eigentlich vorbei sein. Es seien jedoch keine Signale auszumachen, dass die Phase schwacher UmsĂ€tze (ohne Zu- und VerkĂ€ufe sowie Wechselkurseffekte) ende. Vielmehr werde der Abschwung wohl eher in sein viertes Jahr gehen, weshalb Cota folgert: "Der 20-jĂ€hrige Freizeit-Sportartikel-Trend ist abgeschlossen."

Auf kurze Sicht, so schreibt der Analyst der US-Investmentbank mit Blick auf die Branche, werde fĂŒr das vierte Quartal sogar ein UmsatzrĂŒckgang von 2 Prozent erwartet, hauptsĂ€chlich bedingt durch Nike US6541061031 und Puma DE0006969603, "und ein Wendepunkt ist nicht in Sicht". Alles in allem werde das GeschĂ€ft der Branche weiter bestenfalls langsam zulegen, doch ein Wachstum im langfristigen Durchschnitt im oberen Neun-Prozent-Bereich werde es nicht geben. Der Markt habe darauf auch bereits reagiert, denn die KonsensschĂ€tzungen fĂŒr den Gewinn je Aktie im gesamten Sektor seien fĂŒr 2026 und 2027 bereits seit Anfang 2025 im Durchschnitt um etwa 20 Prozent gesunken.

Zu Adidas schrieb er, dass hier der Aufschwung allmĂ€hlich nachlasse und nun einige HĂŒrden lauerten. Dabei verwies Cota auf ein nur gering erwartetes Umsatzwachstum im vierten Quartal sowie eine wahrscheinliche AbschwĂ€chung nach der Fußballweltmeisterschaft im Sommer. Die schwachen Branchentrends begrenzten obendrein die Margenaussichten.

Neben Adidas stufte der Analyst auch JD Sports GB00BM8Q5M07 ab, und zwar von "Buy" auf "Neutral". Mit Blick auf die Briten sieht er eine Verlagerung der Probleme von branchenbezogenen zu unternehmensspezifischen. Angesichts eines langsamen Wachstums habe ein Einzelhandelsunternehmen mit hohen und steigenden Fixkosten wie JD Sports eines sei, nur begrenztes Umsatz- und Margenpotenzial. Cota sieht daher die KonsensschĂ€tzungen fĂŒr das EPS weiter sinken und kappte sein Kursziel von 112 auf 96 Pence.

FĂŒr Puma behielt er sein neutrales Anlageurteil und hob unter anderem wegen niedrigerer Kapitalkosten (WACC) sein Kursziel um 2 auf 24 Euro an. Diese Aktie gab im MDax DE0008467416 zuletzt um 3,0 Prozent auf 21,77 Euro nach. JD Sports verloren in London derweil 5,4 Prozent auf 82,66 Pence.

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