Zeiss Meditec hat in China weiter zu kÀmpfen
12.02.2025 - 11:09:25Dank seines jĂŒngsten Zukaufs konnte das Unternehmen aber in den ersten drei Monaten leicht wachsen. Der Vorstand um Konzernchef Markus Weber rechnet zwar weiterhin mit einem schwierigen Jahr. Eine krĂ€ftige Erholung beim Auftragseingang gepaart mit einer guten Resonanz auf die neuen Produkte sorgten aber fĂŒr Zuversicht, "in den kommenden Monaten wieder zu solidem organischem Wachstum zurĂŒckzukehren", sagte der Manager laut Mitteilung am Mittwoch.
Analysten zeigten sich jedoch enttÀuscht, und die Aktie verlor deutlich. Das Papier war am Vormittag mit einem Abschlag von fast 9 Prozent Schlusslicht im Mittelwerteindex MDax DE0008467416. Die UmsÀtze im ersten GeschÀftsquartal seien besser, aber das operative Ergebnis und das Ergebnis je Aktie deutlich schwÀcher als erwartet ausgefallen, schrieb Branchenexpertin Anchal Verma von der US-Bank JPMorgan.
So stieg der Umsatz von Carl Zeiss Meditec im bis Ende Dezember gelaufenen Quartal zwar dank der Ăbernahme des niederlĂ€ndischen Wettbewerbers Dutch Ophthalmic Research Center (D.O.R.C.) um gut 3 Prozent auf 490,5 Millionen Euro. Um die Akquisition sowie WĂ€hrungseinflĂŒsse bereinigt ergab sich jedoch ein RĂŒckgang um 7 Prozent.
Diese Entwicklung sei neben der KaufzurĂŒckhaltung auch PreisrĂŒckgĂ€ngen bei Intraokularlinsen in China sowie negativen Effekten durch einige Modellwechsel geschuldet gewesen, hieĂ es. Zeiss profitierte dagegen eigenen Angaben zufolge zuletzt von einem zunehmenden Anteil von wiederkehrenden UmsĂ€tzen durch Verbrauchsmaterialien.
Der zum Zeiss-Konzern (Oberkochen) gehörende Medizintechnikanbieter aus Jena verkauft spezielle Linsen zur Sehkorrektur, aber auch Mess- und DiagnostikgerĂ€te sowie Operationsmikroskope fĂŒr die Augenheilkunde. Wie viele andere Zulieferer und AusrĂŒster in der Gesundheitsbranche hatte auch Carl Zeiss Meditec nach einem Boom in der Corona-Zeit zunĂ€chst mit einer sinkenden Investitionsbereitschaft zu kĂ€mpfen.
Im ersten GeschĂ€ftsquartal wurde nun aber wieder deutlich mehr bestellt: Der Auftragseingang stieg um mehr als ein Drittel, der Orderbestand zog um gut ein FĂŒnftel auf 382 Millionen Euro an. Die aktuelle Belebung spĂŒrte der Spezialist fĂŒr die Augenheilkunde in Nordamerika und Europa, aber auch in einigen asiatischen LĂ€ndern, wie Unternehmenslenker Weber im GesprĂ€ch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erlĂ€uterte. In seinem Hauptmarkt China, der fĂŒr 25 Prozent des Konzernumsatzes steht, bleibt Zeiss Meditec aber unter Druck.
Dort halten sich die Kunden weiterhin insbesondere mit dem Kauf von GerĂ€ten zurĂŒck. FĂŒr Gegenwind sorgen in der Volksrepublik das schwache wirtschaftliche Umfeld, aber auch eine restriktivere staatliche Vergabepolitik. Das Fahrwasser dort werde rauer, sagte Weber, und er rechne mit einer Normalisierung der Margen. Gleichwohl sieht er Zeiss Meditec in China weiter gut positioniert, zumal sich der Konzern als TechnologiefĂŒhrer durch stetige Innovationen gut im Wettbewerb behaupten könne.
Dabei sieht Weber beim GerĂ€teverkauf auch generell inzwischen Licht am Ende des Tunnels: Die "Schockwellen" durch den Einbruch der Nachfrage nach der Corona-Zeit dĂŒrften langsam abebben, fĂŒhrte der Manager im GesprĂ€ch weiter aus. "Wir rechnen bei den GerĂ€ten mit einer Bodenbildung." In vielen LĂ€ndern richte sich der Fokus wieder stĂ€rker auf die Gesundheit.
FĂŒr das Gesamtjahr bestĂ€tigte das Management daher seine Prognose. Bei einem moderaten Umsatzwachstum auch dank neuer Produkte soll das operative Ergebnis (Ebita) stabil bleiben bis leicht ansteigen. Im ersten Quartal ging diese Ergebniskennziffer trotz Kostensenkungen allerdings noch deutlich auf 35,2 Millionen Euro zurĂŒck, nach 46 Millionen Euro im Vorjahr. Die entsprechende Marge verschlechterte sich von zuvor 9,7 auf 7,2 Prozent. Unter dem Strich brach der auf die AktionĂ€re entfallende Gewinn um fast 60 Prozent auf 15,7 Millionen Euro ein.

