AKTIE IM FOKUS: Siemens Healthineers auf Tief seit November - Zahlen enttÀuschen
31.07.2024 - 12:13:17Zudem belasteten negative WÀhrungseffekte. Dass der Medizintechnikkonzern den Ausblick auf das laufende GeschÀftsjahr dennoch bestÀtigte, half den Aktien nicht.
Gleich zu Handelsbeginn sackten sie auf 49,09 Euro ab und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte November. Davon konnten sie sich anschlieĂend nur wenig erholen: Um die Mittagszeit stand immer noch ein Minus von 6 Prozent auf 50,02 Euro zu Buche, damit waren sie auf dem letzten Platz im Dax DE0008469008. Auch im bisherigen Jahresverlauf haben die Anteilseigner wenig Grund zur Freude: Mit einem KursrĂŒckgang von knapp 5 Prozent hinken die Titel dem deutschen Leitindex, der in diesem Zeitraum um mehr als 10 Prozent zugelegt hat, klar hinterher.
Bei Konkurrent Philips NL0000009538 hielt sich der Kursverlust am Mittwoch mit 1,2 Prozent in Grenzen. Zu Wochenbeginn hatten die Aktien dank positiver Aussagen zum NeugeschĂ€ft im vergangenen Quartal krĂ€ftig angezogen und zollen dieser StĂ€rke seitdem ein wenig Tribut. FĂŒr 2024 steht bislang ein Plus von gut 24 Prozent zu Buche - vor allem dank des Kursfeuerwerks Ende April, nachdem sich Philips mit der US-Justiz auf einen milliardenschweren Vergleich im Zusammenhang mit fehlerhaften BeatmungsgerĂ€ten fĂŒr die Schlaftherapie geeinigt hatte.
Eine zurĂŒckhaltende Nachfrage in China machte derweil Siemens Healthineers auch im dritten GeschĂ€ftsquartal zu schaffen. Als Belastung erwies sich vor allem die SchwĂ€che der Bildgebungssparte, die den Löwenanteil zu Umsatz und Ergebnis beitrĂ€gt. Die Konzernerlöse und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legten zwar auch dank deutlicher Fortschritte bei der Restrukturierung der Labordiagnostik zu - aber nicht so stark wie am Markt erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) sahen Analysten indes dank einer niedrigeren Steuerquote ĂŒber den Prognosen.
Neben dem Zwischenbericht trĂŒbte die gesenkte Prognose fĂŒr das organische Umsatzwachstum der Bildgebungssparte die Stimmung. Vor diesem Hintergrund ĂŒberrasche die beibehaltene Margen-Zielspanne fĂŒr den Bereich, schrieb Julien Dormois vom Analysehaus Jefferies. Um nur wie angepeilt deren unteres Ende zu erreichen, sei im Schlussquartal eine deutliche Erholung nötig. Richard Felton von der US-Investmentbank Goldman Sachs verwies mit Blick auf das beibehaltene EPS-Konzernziel darauf, dass das Unternehmen hier auf UnterstĂŒtzung durch eine niedrigere Steuerquote setzt.
Insgesamt bewertet Bernstein-Expertin Lisa Bedell Clive die Zahlen und den gesenkten Spartenausblick negativ. Sie bleibt jedoch bei ihrer positiven Anlageempfehlung - Ă€hnlich wie die meisten anderen Analysten, die sich Ă€uĂerten. Die Aktie bleibe ein QualitĂ€tstitel, doch die Erwartungen an das Unternehmen mĂŒssten neu definiert werden, betonte Jefferies-Analyst Dormois. So sei etwa eine Verbesserung der GeschĂ€ftsentwicklung in China entscheidend, um die SchĂ€tzungen fĂŒr das neue GeschĂ€ftsjahr zu untermauern.

