ROUNDUP, Trendwende

Trendwende im Wohnungsbau in Deutschland? Wieder mehr Baugenehmigungen

18.02.2026 - 11:07:42 | dpa.de

Es ist ein Hoffnungsschimmer im seit Jahren kriselnden Wohnungsbau in Deutschland, aber ist es auch schon die Trendwende? Nach drei Jahren mit rĂŒcklĂ€ufigen Zahlen genehmigten die Behörden 2025 wieder mehr neue Wohnungen.

238.500 Einheiten zĂ€hlte das Statistische Bundesamt. Das ist ein Plus von 10,8 Prozent zum Vorjahr, das den niedrigsten Stand seit 2010 gebracht hatte. Erstmals seit 2021 stieg damit die Zahl der Genehmigungen fĂŒr Neubau und Umbau von Wohnraum wieder.

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) wertet dies als Beleg dafĂŒr, "dass die Trendwende im Wohnungsbau begonnen hat". Insbesondere das zweite Halbjahr mit einem Plus von 17,8 Prozent unterstreiche, "dass sich im Wohnungsbau vieles in die richtige Richtung bewegt", erklĂ€rte die Ministerin. "Die Stimmung in der Branche hat sich verbessert und auch die Investitionen steigen. Das ist auch das Ergebnis klarer politischer Entscheidungen."

Nicht alles, was genehmigt ist, wird auch gebaut

Bis die genehmigten Bauvorhaben umgesetzt werden, dauert es jedoch. "Der leicht steigende Trend bei den genehmigten BauantrĂ€gen darf nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass ein erheblicher Teil der Vorhaben sich verzögern oder gar nicht realisiert wird", ordnet der PrĂ€sident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), Dirk Wohltorf, ein.

Auch die Bauindustrie dĂ€mpft die Euphorie: "Der politische Erfolg der Bundesregierung muss sich an den Zahlen der Baufertigstellungen messen lassen", sagt Tim-Oliver MĂŒller, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. "Denn nur dann mĂŒnden die positiven Meldungen auch in AuftrĂ€ge fĂŒr die Wohnungsbauunternehmen und in bezahlbarem Wohnraum."

Knappes Angebot in vielen StÀdten

Nach SchÀtzungen der Immobilienbranche werden im laufenden Jahr 215.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Das wÀren etwa 20.000 weniger als 2025 und deutlich weniger als benötigt. Das Pestel-Institut hatte vorgerechnet, dass Ende 2024 bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlten.

"Wir schieben ein riesiges Defizit vor uns her, was den Wohnungsmarkt in den StĂ€dten unter enormen Druck setzt", sagt Felix Pakleppa, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe. "Und 2026 wird nicht besser: Die Fertigstellungszahlen werden weiter sinken, weil eine genehmigte Wohnung erst in zwei bis drei Jahren fertig ist."

Seit Jahren ist bezahlbarer Wohnraum vor allem in BallungsrĂ€umen knapp. In StĂ€dten wie MĂŒnchen, Frankfurt oder Berlin, aber auch in anderen Regionen sind hohe Kosten fĂŒrs Wohnen fĂŒr viele Menschen eine erhebliche Last.

Wann zĂŒndet der "Bau-Turbo"?

Mehr neue Wohnungen sind erklĂ€rtes Ziel der schwarz-roten Bundesregierung. Die SPD-gefĂŒhrte VorgĂ€ngerregierung hatte 400.000 neue Wohnungen in Deutschland pro Jahr versprochen, dieses Ziel aber nie erreicht. Im Jahr 2024 waren 251.900 Wohnungen hierzulande fertiggestellt worden und damit so wenig wie seit 2015 nicht mehr.

Die amtierende Bundesregierung will mit einem "Bau-Turbo" ĂŒber schnellere Genehmigungen den schleppenden Wohnungsbau voranbringen. Fachleute halten das fĂŒr einen richtigen Impuls. Bauministerin Hubertz Ă€ußerte sich zuversichtlich, dass die Regierung mit diesem und weiteren Schritten dafĂŒr sorgt, "dass sich der positive Trend auch im Jahr 2026 weiter fortsetzt". Doch die meisten Hochbau-Unternehmen rechnen erst fĂŒr die Jahre 2027 und 2028 mit spĂŒrbaren Effekten des "Bau-Turbos".

Den vorlĂ€ufigen Zahlen der Wiesbadener Statistiker zufolge wurden im vergangenen Jahr in neu zu errichtenden WohngebĂ€uden 194.200 Wohnungen genehmigt und damit 13,2 Prozent mehr als 2024. WĂ€hrend es bei EinfamilienhĂ€usern um 17,2 Prozent auf 44.500 nach oben ging, blieb die Zahl neuer ZweifamilienhĂ€user fast unverĂ€ndert bei 12.600. In neuen MehrfamilienhĂ€usern, der zahlenmĂ€ĂŸig stĂ€rksten GebĂ€udeart, genehmigten die Behörden 128.100 Wohnungen und damit 12,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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