KORREKTUR / IPO / ROUNDUP: GröĂter Börsengang des Jahres - Ottobock startet
09.10.2025 - 10:09:30(Es wird klargestellt, dass Douglas im MÀrz 2024 rpt 2024 an die Börse ging.)
DUDERSTADT/FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Donnerstag steht der gröĂte deutsche Börsengang des Jahres an. Von 9.00 Uhr an sollen an der Frankfurter Börse Aktien des Medizintechnik-Unternehmens Ottobock DE000BCK2223 gehandelt werden. Der Konzern aus dem sĂŒdniedersĂ€chsischen Duderstadt bei Göttingen ist vor allem fĂŒr seine Prothesen und technische UnterstĂŒtzung der Paralympics bekannt. Vorab zeigten Anleger groĂes Interesse an den Papieren. Ein Ăberblick.
Was ist geplant?
Nach einem abgeblasenen Börsengang 2022 soll nun alles klappen. Von heute an sollen Aktien des laut eigenen Angaben WeltmarktfĂŒhrer fĂŒr Prothesen in Frankfurt gehandelt werden. Die Aktien werden fĂŒr 66 Euro je StĂŒck verkauft werden, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Der mögliche Erlös liegt damit bei bis zu 808 Millionen Euro.
Nach Angaben von Ottobock werden rund 12,2 Millionen Aktien ausgegeben. Sie sollen im sogenannten Prime Standard gehandelt werden. Damit erfĂŒllt Ottobock die Voraussetzungen, um etwa in der Dax-Indexfamilie DE0008469008 gelistet zu werden. Der GroĂteil der Papiere stammt aus dem Bestand des zuletzt alleinigen EigentĂŒmers, der NĂ€der Holding. Die Holding verwaltet die Firmenbeteiligungen der NĂ€der-Familie um MilliardĂ€r Hans Georg NĂ€der. Beim Verkauf aller Aktien wird der Streubesitz bei rund 19 Prozent liegen.
Was plant Ottobock mit dem eingenommenen Geld?
Rund 100 Millionen Euro sollen an das Unternehmen gehen und unter anderem fĂŒr mögliche weitere FirmenzukĂ€ufe oder Investitionen genutzt werden. Ottobock-Chef Oliver Jakobi sprach von einem Meilenstein fĂŒr die Firma: "Seit mehr als 100 Jahren steht das Unternehmen fĂŒr Innovation und Verantwortung gegenĂŒber den Menschen, die wir versorgen. Mit dem Börsengang schaffen wir die Grundlage, um diese Tradition in die Zukunft zu tragen." Ottobock habe den klaren Anspruch, MaĂstĂ€be in seiner Branche zu setzen.
Der GroĂteil der Einnahmen durch den Börsengang soll aber an die NĂ€der Holding gehen. Die hatte im vergangenen Jahr noch 20 Prozent der Firmenanteile zurĂŒckgekauft, die mehrere Jahre der schwedische Finanzinvestor EQT gehalten hatte. UrsprĂŒnglich hatte der Anteil weiter verkauft werden sollen
Was ist die Ausgangslage?
Sollte alles gut gehen fĂŒr Ottobock, dann wĂ€re es der gröĂte Börsengang in Frankfurt seit dem von Douglas im MĂ€rz 2024. Zuletzt war das Umfeld fĂŒr BörsengĂ€nge allerdings schwierig. Der Arzneimittelhersteller Stada, das Medizintechnologieunternehmen Brainlab DE0005207906 oder der AutoersatzteilhĂ€ndler Autodoc sagten ihre geplanten BörsengĂ€nge ab.
Ottobock hat sich vor dem Börsengang bereits Kauf-Zusagen von MilliardĂ€r Klaus Michael KĂŒhne sowie einem Fonds der US-Investmentgesellschaft Capital Group gesichert. Sie wollen fĂŒr bis zu 125 beziehungsweise 115 Millionen Euro Anteile kaufen. Und auch die Unternehmenszahlen zuletzt waren positiv. Im ersten Halbjahr 2025 steigerte das Unternehmen im KerngeschĂ€ft den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Underlying Ebitda) von 132 auf 175 Millionen Euro gegenĂŒber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte in dem Zeitraum von 666 auf 760 Millionen Euro.

