Snapchat, Social-Media-Verbot

Snapchat reagiert auf Social-Media-Verbot in Australien

24.11.2025 - 12:52:33

(Es wird klargestellt, dass Griechenland die ZugĂ€nge nicht blockiert, sondern eine App fĂŒr Eltern anbietet, um den Zugang der eigenen Kinder zu regulieren.)SYDNEY - Kurz vor dem Start des Social-Media-Verbots fĂŒr Kinder und Jugendliche in Australien will der Online-Dienst Snapchat Hunderttausende Nutzerinnen und Nutzer dazu auffordern, ihr Alter nachzuweisen.

(Es wird klargestellt, dass Griechenland die ZugĂ€nge nicht blockiert, sondern eine App fĂŒr Eltern anbietet, um den Zugang der eigenen Kinder zu regulieren.)

SYDNEY (dpa-AFX) - Kurz vor dem Start des Social-Media-Verbots fĂŒr Kinder und Jugendliche in Australien will der Online-Dienst Snapchat Hunderttausende Nutzerinnen und Nutzer dazu auffordern, ihr Alter nachzuweisen. Falls sie dies nicht tĂ€ten, werde ihr Account gesperrt, berichtete der australische "Guardian" unter Berufung auf das Unternehmen. Hintergrund ist das neue Verbot in Down Under, das allen Nutzern unter 16 Jahren die Nutzung zahlreicher Plattformen verbietet. Es tritt am 10. Dezember in Kraft.

Die Hinweise sollen in dieser Woche per App, E-Mail oder SMS an Accounts verschickt werden, die nach EinschĂ€tzung von Snapchat vermutlich von unter 16-JĂ€hrigen genutzt werden. Die Plattform nutzt dafĂŒr "verhaltensbasierte Signale" aus der Nutzung sowie selbst angegebene Altersdaten. Der Mutterkonzern Snap Inc. hatte im vergangenen Monat einem Senatsausschuss mitgeteilt, man gehe davon aus, dass etwa 440.000 australische Nutzer zwischen 13 und 15 Jahren alt seien.

Wer fĂ€lschlich als unter 16 eingestuft werde, mĂŒsse ein AltersprĂŒfverfahren durchlaufen. Der Nachweis kann ĂŒber ein australisches Bankkonto, ĂŒber ein Dokument wie Pass oder FĂŒhrerschein oder ĂŒber eine AltersabschĂ€tzung per Gesichtserkennung erfolgen.

Eigene Daten können heruntergeladen werden

Betroffene Nutzer sollen aber vor dem 10. Dezember die Möglichkeit erhalten, eigene Daten wie Chats, Erinnerungen oder Videos herunterzuladen. Ab dem Stichtag werden ihre Konten gesperrt - und bleiben es, bis sie 16 werden.

Snapchat lehnt es nach eigenen Angaben ab, unter das Verbot zu fallen, will sich aber daran halten. Nach Meta - dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram - ist es die zweite große Plattform, die Details zur Umsetzung des Verbots bekanntgibt. Tiktok und Kick kĂŒndigten an, das Verbot zu befolgen, haben aber noch keine Maßnahmen erlĂ€utert. Reddit, Twitch, X und YouTube Ă€ußerten sich bislang nicht dazu.

Die Regierung in Canberra hatte das Gesetz vor einem Jahr verabschiedet - und Australien damit zum weltweiten Vorreiter gemacht. Die Plattformen bekamen zwölf Monate Zeit, um die neue AltersbeschrÀnkung umzusetzen.

Wie sieht es in anderen LĂ€ndern aus?

Mittlerweile versucht auch Griechenland, soziale Medien fĂŒr MinderjĂ€hrige einzuschrĂ€nken, konnte sich jedoch bislang nur zu einer App durchringen, die fĂŒr Eltern minderjĂ€hriger Kinder Kontrollmöglichkeiten einrichtet. Die Regierung in DĂ€nemark einigte sich kĂŒrzlich mit weiteren Parlamentsparteien darauf, eine nationale Altersgrenze von 15 Jahren fĂŒr den Zugang zu bestimmten sozialen Medien einzufĂŒhren. In Deutschland gibt es kein gesetzlich festgelegtes Mindestalter fĂŒr User. Theoretisch mĂŒssten die Eltern von Jugendlichen unter 16 Jahren der Nutzung zustimmen - jedoch wird dies nur selten verifiziert, zudem können Geburtsdaten bei der Registrierung leicht gefĂ€lscht werden.

@ dpa.de