Hochwasser, Ernte

Hochwasser vernichtet die Ernte vieler Höfe

07.06.2024 - 05:23:49

Etlichen Landwirten hat das Hochwasser die Ernte ruiniert.

"Die Wassermassen haben oft große Teile der Ernte fĂŒr dieses Jahr vernichtet", sagte Markus Drexler, Sprecher des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Besonders schlimm sei die Situation in Schwaben und Teilen von Ober- und Niederbayern. "Die SchĂ€den an landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, RĂŒben, Kartoffeln und Mais, aber auch an Sonderkulturen wie FeldgemĂŒse, Erdbeeren oder Himbeeren erreichen ein Ausmaß, das in Zahlen derzeit gar noch nicht bezifferbar ist." Es gebe Betriebe, bei denen schon seit Tagen die gesamte NutzflĂ€che unter Wasser stehe.

Wenn noch junge Kartoffel- oder Maispflanzen mehrere Tage unter Wasser stĂŒnden, sterben und faulen sie ab. "Auch Wiesen und Getreide, das von den Wassermassen plattgewalzt wurde, ist in den allermeisten FĂ€llen nicht mehr zu retten oder verunreinigt", sagte Drexler.

Zudem mussten in den vergangenen Tagen in den Hochwassergebieten StĂ€lle evakuiert werden. Meist hĂ€tten sich die Landwirte untereinander abgestimmt und AusweichstĂ€lle nutzen können, teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in MĂŒnchen mit.

Schadstoffe aufs Feld geschwemmt?

SchĂ€den an AckerflĂ€chen hingen davon ab, ob es beispielsweise auch Schadstoffe auf die Felder geschwemmt habe, ergĂ€nzte er, machte aber auch Hoffnung: GeschĂ€digte MaisflĂ€chen könnten möglicherweise neu angesĂ€t werden. "FĂŒr die weitere Pflege der BestĂ€nde ist die baldige Befahrbarkeit der FlĂ€chen entscheidend, die vom Verlauf der weiteren NiederschlĂ€ge abhĂ€ngt. Die ertraglichen Einbußen sind frĂŒhestens nach dem vollstĂ€ndigen RĂŒckgang des Wassers abschĂ€tzbar."

Die Staatsregierung will fĂŒr die von der Flutkatastrophe Betroffenen mindestens 100 Millionen Euro zur VerfĂŒgung stellen. In einem Brief an Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) betonte BBV-GeneralsekretĂ€r Carl von Butler, dass in EinzelfĂ€llen Betriebe erheblich, "vereinzelt bis an die ExistenzgefĂ€hrdung", betroffen sein dĂŒrften.

Der Verband sei dankbar fĂŒr die in Aussicht gestellten Hilfen, fĂŒr viele Betriebe wĂŒrden sie jedoch nicht annĂ€hernd ausreichen, ergĂ€nzte Drexler. Es sei wĂŒnschenswert, dass in besonders heftig betroffenen EinzelfĂ€llen auch ĂŒber die vorgesehene Grenze hinaus geholfen werden könne.

Landwirte im Hilfseinsatz

Versicherungsschutz fĂŒr Ernten ist ein komplexes Thema. In Bayern gibt es ein Förderprogramm fĂŒr eine Mehrgefahrenversicherung (MGV) bei landwirtschaftlichen Kulturen. Die Versicherung hilft nach Ministeriumsangaben etwa bei den Folgen von Starkregen. Überschwemmungen, die nicht durch direkten Regen auf die FlĂ€chen verursacht wurden, sondern etwa durch BachĂŒberschwemmungen, sind dagegen nicht enthalten. Die Überschwemmung von landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen sei nach Auskunft der Versicherungswirtschaft nicht versicherbar und könne deshalb auch zukĂŒnftig nicht in die Förderung der MGV aufgenommen werden, teilte das Ministerium weiter mit.

Zugleich bedankten sich sowohl Verband als auch Ministerium bei den Landwirtinnen und Landwirten, die bei der BekÀmpfung des Hochwassers geholfen haben. Vielerorts seien Landwirte mit ihren GerÀten und Maschinen im Einsatz.

@ dpa.de