Von der Leyen verteidigt vorgeschlagene Israel-Sanktionen
21.09.2025 - 15:19:25 | dpa.deSie wisse, wie sehr die grausamen Hamas-AnschlĂ€ge vom 7. Oktober 2023 Israel bis ins Mark erschĂŒttert hĂ€tten, sagte von der Leyen in einem schriftlich gefĂŒhrten Interview der Zeitungskooperation "Leading European Newspaper Alliance" (Lena), zu der auch "Welt am Sonntag" gehört. "Aber die jĂŒngsten Entwicklungen sind besonders besorgniserregend, mit einer menschengemachten Hungersnot und der finanziellen Austrocknung der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde."
Die Zweistaatenlösung sei die einzige Perspektive fĂŒr einen langfristig nachhaltigen Frieden in der Region. Die PlĂ€ne fĂŒr ein Siedlungsprojekt im sogenannten E-1-Gebiet wĂŒrden das besetzte Westjordanland im Wesentlichen von Ost-Jerusalem abschneiden, sagte von der Leyen demnach weiter. "Was wir in den letzten Monaten von der israelischen Regierung gesehen haben, ist ein klarer Versuch, die Zweistaatenlösung zu untergraben." Deswegen habe die Kommission beschlossen, zu handeln, und ein Paket "gezielter und verhĂ€ltnismĂ€Ăiger MaĂnahmen vorgeschlagen, um einen Weg nach vorne zu finden."
Vorschlag: Handelsvorteile streichen, einzelne Minister sanktionieren
Von der Leyen hatte am Mittwoch als Reaktion auf das von zahlreichen Staaten scharf kritisierte militĂ€rische Vorgehen Israels im Gazastreifen mehrere StrafmaĂnahmen vorgeschlagen, um die Regierung von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu zu einem Kurswechsel zu bewegen. Unter anderem will sie Freihandelsvorteile streichen, die 37 Prozent der israelischen Warenexporte in die EU betreffen. AuĂerdem schlĂ€gt sie StrafmaĂnahmen gegen besonders radikale Politiker wie Finanzminister Bezalel Smotrich und Polizeiminister Itamar Ben-Gvir vor. Auch Hamas-Terroristen und palĂ€stinensische Dschihadisten sowie gewalttĂ€tige Siedler sollen sanktioniert werden.
Die Bundesregierung will sich bis zum EU-Gipfel Anfang Oktober zu dem VorstoĂ von der Leyens positionieren. Im Rat der Mitgliedstaaten brĂ€uchte es zu seiner Annahme die Zustimmung von 15 der 27 EU-Staaten, die zusammen mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU ausmachen. Ohne ein Ja aus Rom oder Berlin ist diese derzeit nicht absehbar. Der israelische AuĂenminister Gideon Saar nannte die Empfehlungen der EU-Kommission "moralisch und politisch verzerrt" und schrieb, es sei zu hoffen, dass diese nicht angenommen werden.
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