Aktien, Europa

Aktien Europa: Leichte Kursverluste - Vorsicht vor US-Zinsentscheidung

16.09.2025 - 12:10:41

Europas wichtigste AktienmÀrkte haben am Dienstag leicht nachgegeben.

Damit setzte sich die abwartende Entwicklung vor der US-Zinsentscheidung fort. Der EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor am Mittag 0,13 Prozent auf 5.433,16 Punkte. Außerhalb des Euroraums ging es fĂŒr den Schweizer SMI CH0009980894 um 0,32 Prozent auf 12.105,32 ZĂ€hler abwĂ€rts. Der britische FTSE 100 GB0001383545 sank um 0,21 Prozent auf 9.257,31 Punkte.

Ein kleiner Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkte gilt zwar als gesetzt, doch das Interesse richtet sich auf das weitere Vorgehen der US-WĂ€hrungshĂŒter. Nach Ansicht von JĂŒrgen Molnar, Kapitalmarktstratege vom Broker RoboMarkets, ist dabei die Frage besonders interessant, ob die erwartete Zinssenkung der Anfang eines Senkungszyklus ist und wie viele Schritte in den kommenden Monaten noch folgen werden.

Und hier gibt es durchaus Fragezeichen. "Die US-Zentralbank Federal Reserve befindet sich derzeit in einer schwierigen Lage", so Volkswirt Felix Schmidt von Berenberg. "Einerseits kĂŒhlt sich der US-amerikanische Arbeitsmarkt derzeit deutlich ab, was nach Zinssenkungen ruft, andererseits treiben die US-Zölle die Inflation in die Höhe und entfernen sie damit immer weiter vom Zwei-Prozent-Ziel der Fed."

Zu den Verlierern gehörten die Versicherer. Auf der Aktie des Schwergewichts Munich Re DE0008430026, das um 1,3 Prozent nachgab, lastete ein vorsichtiger Kommentar der kanadischen Bank RBC. Die geschĂ€ftliche Dynamik des RĂŒckversicherers schwĂ€che sich nach Jahren starker Entwicklung ab, schrieb Analyst Mandeep Jagpal in einer Studie nach einem Austausch mit dem Vorstandsvorsitzenden. Das habe das zweite Quartal gezeigt.

Auch Bankaktien gehörten nicht zu den Favoriten. Intesa Sanpaolo IT0000072618 und Unicredit IT0005239360 gaben dabei etwas stĂ€rker nach. HĂ€ndler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach Italiens Regierung an einem Entwurf arbeitet, um 2027 durch eine Verschiebung steuerlicher Absetzmöglichkeiten zusĂ€tzlich 1,5 Milliarden Euro einzunehmen. Wie es hieß, könnte dies vorĂŒbergehend den staatlichen MittelzuflĂŒsse steigern, aber die Einnahmen von Banken schmĂ€lern.

Besser sah es bei den Technologiewerten aus. Hier profitierten Halbleiterwerte von den Vorgaben aus den USA und Asien. Das Schwergewicht ASML NL0010273215 zog um 2,9 Prozent an. Nach enttĂ€uschenden Quartalszahlen liege wohl das Schlimmste hinter dem ChipindustrieausrĂŒster, schrieb Analyst Sandeep Deshpande von JP Morgan. Die Nachrichtenlage dĂŒrfte sich nun verbessern.

@ dpa.de