Europa Schluss: Uneinheitlich zum Start der US-Berichtssaison
13.01.2026 - 18:32:35Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss 0,22 Prozent höher bei 6.029,83 Punkten. Der Leitindex FTSE 100 GB0001383545 sank hingegen um 0,03 Prozent auf 10.137,35 ZÀhler. Der Schweizer SMI CH0009980894 gab um 0,46 Prozent auf 13.364,73 Punkte nach.
Frische US-Inflationsdaten hatten nur kurzfristig einen stĂŒtzenden Einfluss auf die Notierungen. So stiegen die Verbraucherpreise im Dezember wie erwartet um 2,7 Prozent. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfĂ€llige Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, betrug unverĂ€ndert 2,6 Prozent. Nach EinschĂ€tzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, zeigen die Preisdaten weiterhin keine nennenswerten Effekte durch die Zollpolitik der US-Regierung. Sollte sich dies in den kommenden Monaten fortsetzen, habe die US-Notenbank Fed grĂŒnes Licht fĂŒr weitere Zinssenkungen.
"Der Markt befindet sich klar im Modus der RisikoverdrĂ€ngung", konstatierte Analyst Timo Emden von Emden Research. Solange die Hoffnung auf eine besonnene Geldpolitik dominiere, rĂŒckten geopolitische Belastungsfaktoren in den Hintergrund. Damit scheine die laufende Neujahrsrally vorerst intakt zu sein, so Emden.
Die US-Berichtssaison warf ihre Schatten auch beim europĂ€ischen BranchenĂŒberblick voraus. So entwickelten sich Bankaktien stĂ€rker als der Gesamtmarkt. "FĂŒr die Branche rechnet der Markt mit einem Plus von knapp sieben Prozent bei Gewinn und Umsatz", merkte Luis Ruiz, Marktanalyst CMC Markets, zu den anstehenden Zahlen der börsennotierten US-GeldhĂ€user an.
Zahlen aus Europa sorgten indes fĂŒr Unmut. So gerieten Sika mit einem Kursabschlag von 9,5 Prozent unter starken Verkaufsdruck. Der Schweizer Bauchemie- und Klebstoffhersteller erlitt 2025 einen UmsatzrĂŒckgang von 4,8 Prozent. Negative WĂ€hrungseffekte und der schwache chinesische Baumarkt bremsten. HĂ€ndler Ă€uĂerten sich zudem enttĂ€uscht ĂŒber die Aussichten des Unternehmens im laufenden Jahr.
Die Verluste hinterlieĂen merkliche Spuren im Bausektor, der abgeschlagen am Ende des Feldes lag. Beim Schwergewicht Vinci FR0000125486 kam hinzu, dass die Analysten der Bank of America die Einstufung auf "Underperform" gesenkt hatten. Vinci-Papiere bĂŒĂten 4,5 Prozent an Wert ein.
Auch die Zahlen von Lindt & SprĂŒngli CH0010570759 versĂŒĂten Anlegern das Börsengeschehen nur kurz. Nach Auftaktgewinnen rutschte die Aktie ins Minus und gab letztlich um 1,9 Prozent nach. Dabei hatte der Schweizer Schokoladenhersteller den Umsatz stĂ€rker als erwartet gesteigert. Allerdings war dies Preiserhöhungen geschuldet. Die verkauften Mengen gingen zurĂŒck.

