Eutelsat, Aktie

Eutelsat Aktie: Startrampen gesucht

01.04.2026 - 16:44:29 | boerse-global.de

Der Satellitenbetreiber Eutelsat verhandelt mit Indien über zusätzliche Raketenstarts, um unabhängiger von SpaceX zu werden. Das Unternehmen expandiert seine Flotte massiv und treibt das LEO-Geschäft voran.

Eutelsat Aktie: Startrampen gesucht - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Eutelsat baut sein Netzwerk aus Startkandidaten aktiv aus. Der französische Satellitenbetreiber verhandelt mit der Indian Space Research Organisation (ISRO) über zusätzliche Startkapazitäten — ein Schritt, der die Abhängigkeit von SpaceX und Ariane-Raketen verringern soll.

Der Hintergrund ist geopolitischer Natur: Mit dem Verlust des Zugangs zu russischen Sojus-Trägerraketen nach Beginn des Ukraine-Konflikts musste Eutelsat seine Startpartnerschaften grundlegend neu ordnen. ISRO ist dabei kein Unbekannter — die indische Raumfahrtbehörde brachte bereits 72 OneWeb-Satelliten mit ihrer LVM3-Rakete in den Orbit, noch vor der Fusion der beiden Unternehmen im Jahr 2023.

Wachsende Flotte, wachsender Bedarf

Der Druck auf die Startkapazitäten kommt von innen. Eutelsat betreibt derzeit 650 Satelliten und strebt die Marke von 1.000 Einheiten an. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen bei Airbus Defence and Space insgesamt 440 Satelliten der nächsten Generation bestellt — 100 Einheiten im Dezember 2024, weitere 340 im Januar 2026. Die Gesamtkosten des Erweiterungsprogramms werden auf 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro bis 2029 geschätzt.

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CEO Jean-François Fallacher reiste im Februar als Teil der Delegation von Präsident Macron nach Neu-Delhi und traf dort den indischen Telekommunikationsminister sowie Regulierungsbehörden. Das unterstreicht, wie ernst Eutelsat die Partnerschaft mit Indien nimmt — sowohl als Startpartner als auch als Absatzmarkt.

Finanzen im Umbruch

Die Expansion ruht auf einer neu geordneten Bilanz. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 lagen die Gesamterlöse auf vergleichbarer Basis stabil bei 592 Millionen Euro, während das bereinigte EBITDA um 8 Prozent auf 308 Millionen Euro zurückging. Das LEO-Segment legte dagegen um knapp 60 Prozent zu und bleibt der eigentliche Wachstumstreiber. Moody's hob das Rating um zwei Stufen auf Baa3 an, Fitch sogar um drei Stufen auf BB — jeweils mit stabilem Ausblick.

Für das Geschäftsjahr 2028/2029 peilt Eutelsat Erlöse zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro an, getragen vom weiteren Ausbau des LEO-Geschäfts. Am 19. April präsentiert das Unternehmen auf der NAB 2026 in Las Vegas erstmals eine Live-Demonstration, die sechs Broadcast-Technologiepartner über eine gemeinsame Signalkette aus 5G und OneWeb-LEO verbindet — ein Hinweis darauf, dass Eutelsat das Broadcast-Segment als zweites Standbein gezielt weiterentwickelt.

Die Aktie notiert mit einem Abstand von rund 54 Prozent zu ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,55 Euro und bleibt damit trotz der operativen Fortschritte unter erheblichem Bewertungsdruck.

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