Framework, Preise

Framework erhöht Preise erneut – KI-Boom treibt Speicherkrise

13.02.2026 - 03:40:11

Explodierende Preise für DDR5-Arbeitsspeicher zwingen Framework zu erneuten Preiserhöhungen. Die KI-Industrie bindet bis zu 70% der globalen Produktion, was zu langfristigen Engpässen führt.

Die Preise für Computer-Speichermodule schießen in die Höhe. Verantwortlich ist die unersättliche Nachfrage der KI-Industrie, die den globalen Markt leerfegt. Das modulare Tech-Unternehmen Framework muss die Kosten nun weiter an seine Kunden weitergeben – ein Trend, der die gesamte PC-Branche erfasst.

Die neueste Erhöhung betrifft vor allem DDR5-Arbeitsspeicher für die DIY-Laptops und Desktop-PCs des Unternehmens. Ein 64-GB-Kit, das im November noch 320 Euro kostete, schlägt nun mit 780 Euro zu Buche. Der Preis pro Gigabyte hat sich damit von etwa 5 Euro auf 12 bis 16 Euro mehr als verdoppelt. Auch der Basispreis für den Framework Desktop stieg zum zweiten Mal binnen weniger Monate und liegt jetzt bei 1.209 Euro statt ursprünglich 1.099 Euro.

Ein transparenter Kurs in stürmischen Zeiten

Für Framework ist dies keine Überraschung, sondern die Fortsetzung einer unerbittlichen Entwicklung. Das Unternehmen kommuniziert die steigenden Einkaufskosten seiner Zulieferer seit Monaten offen und direkt an seine Kunden – eine Strategie, die sich von der undurchsichtigerer Großhersteller abheben soll.

Bereits im Januar verteuerte Framework seine Desktop-Systeme aufgrund explodierender LPDDR5x-Speicherkosten. Die Version mit 128 GB RAM wurde um 460 Euro teurer. Im Dezember 2024 waren zunächst die DDR5-Preise um 50 Prozent und später auch die für Speichermodule gestiegen. Das Muster ist klar: Jede neue Anpassung folgt der Entwicklung am Rohstoffmarkt.

Die Ursache: KI-Gigafabriken leeren den Speichermarkt

Die Wurzel des Problems liegt in einer globalen Knappheit an Speicherchips. Getrieben wird sie vom explosiven Wachstum der Künstlichen Intelligenz. Riesige Rechenzentren, sogenannte Gigafabriken, werden gebaut, um große KI-Modelle zu trainieren. Sie verschlingen enorme Mengen an Hochleistungsspeicher (HBM) und fortschrittlichen DRAM-Komponenten.

Branchenanalysten schätzen, dass KI-Hardware bis zu 70 Prozent der globalen Speicherproduktion binden könnte. Diese massive Umleitung der Produktionskapazitäten führt zu einem erbitterten Verteilungskampf um die verbleibenden Verbraucherkomponenten. Die Folgen sind branchenweit spürbar. Auch große Hersteller wie Dell, HP und Lenovo warnen vor weiteren Preiserhöhungen. Behörden rechnen mit Engpässen und höheren Preisen für die nächsten zwei Jahre.

Framework setzt auf Kunden-Empowerment trotz Teuerung

Trotz der Zwangslage versucht Framework, seinen pro-kundenzentrierten Kurs beizubehalten. Das Unternehmen rät Käufern explizit, seine DIY Edition Laptops ohne Speicher zu ordern, wenn sie diese günstiger im Einzelhandel finden.

Anzeige

Die RAM-Preise steigen stark — wenn Sie ein teures Upgrade vermeiden wollen, kann ein alternativer Weg helfen: Ein kostenloses Linux-Startpaket mit Ubuntu zeigt, wie Sie ältere Laptops und Desktop‑PCs deutlich beschleunigen und sicher weiter nutzen können, ganz ohne neue Hardware. Ideal für DIY‑Nutzer, die Leistung wollen, ohne in teure DDR5‑Kits zu investieren. Gratis Linux-Startpaket mit Ubuntu sichern

In Kürze will Framework sogar Links zum Preisvergleichs-Dienst PCPartPicker direkt in seine Konfigurationsseiten integrieren. Kunden können dann leichter prüfen, ob kompatible Module anderswo günstiger zu haben sind. Diese ungewöhnliche Strategie unterstreicht das Firmenphilosophie von Wahlfreiheit, Reparierbarkeit und Kundenermächtigung – selbst in schwierigen Marktlagen.

Keine schnelle Besserung in Sicht

Für Verbraucher und PC-Bastler bedeutet das: Sie müssen sich auf eine längere Phase hoher Preise einstellen. Framework-CEO Nirav Patel rechnet damit, dass die Lieferantenkosten in den kommenden Monaten weiter steigen werden.

Die Branche sieht die Speicherknappheit als langfristiges Problem. Patel geht von einer Dauer von bis zu zwei Jahren aus. Eine spürbare Entspannung wird erst erwartet, wenn neue DRAM-Fertigungsstätten Ende 2027 oder 2028 anlaufen. Die Ära des günstigen, reichlich verfügbaren Arbeitsspeichers ist damit vorerst vorbei. Für alle, die einen Computer kaufen oder aufrüsten wollen, wird es ein teures Jahr.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.