AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte stark nach Trumps EntschÀrfung im Grönland-Streit
22.01.2026 - 11:19:51 | dpa.de(Neu: Xetra-Kurse, UBS-Stimme zu VW)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger haben am Donnerstag im Autosektor erleichtert auf die Zoll-Wende von US-PrĂ€sident Donald Trump im Streit um Grönland reagiert. Trump entschĂ€rfte ĂŒberraschend den Konflikt um die zu DĂ€nemark gehörende Insel und nahm auch seine Drohung von Strafzöllen gegen acht europĂ€ische Staaten zurĂŒck. Nachdem Zollangst den Auto-Branchenindex EU0009658681 zuletzt auf ein Tief seit Mitte Oktober gedrĂŒckt hatte, fĂŒhrte dieser nun die marktbreite Erholung an mit einem Anstieg um zweieinhalb Prozent.
UnterstĂŒtzend kommt am Donnerstag hinzu, dass der Volkswagen-Konzern DE0007664039 mit guten Nachrichten zum Finanzmittelfluss aufwarten konnte. Dies sorgte bei den VW-Aktien fĂŒr Kursgewinne von zuletzt mehr als fĂŒnf Prozent. Die Papiere der Premium-Autobauer BMW DE0005190003, Mercedes-Benz DE0007100000 und Porsche AG DE000PAG9113 bewegten sich zuletzt mit bis zu 2,5 Prozent im Plus. Die Titel der Nutzfahrzeugbauer Traton DE000TRAT0N7 und Daimler Truck DE000DTR0CK8 legten um bis zu 1,5 Prozent zu.
Auch am Gesamtmarkt sorgten Trumps Aussagen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos fĂŒr Erleichterung, wenngleich Anleger noch auf die offenen Details warten. Trump lenkte dort bei seinem Werben um Grönland ein wenig ein: Er schloss Gewalt aus und verkĂŒndete anschlieĂend, dass wĂ€hrend eines Treffens mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte ein Rahmen fĂŒr eine zukĂŒnftige Vereinbarung entstanden sei. Die Rede ist unter Marktbeobachtern erneut vom "Taco-Trade", bei dem Anleger darauf setzen, dass Trump zunĂ€chst mit harter Kante in Verhandlungen geht und dann seine Position aufweicht.
VW ĂŒberzeugte derweil am Vorabend nach Börsenschluss mit Aussagen zum Barmittelfluss, der 2025 im industriellen Kernbereich ĂŒberraschend hoch ausfiel. Der sogenannte Netto-Cashflow im Automobilbereich, der auch die Lkw- und BusgeschĂ€fte umfasst, lag mit rund sechs Milliarden Euro eine Milliarde ĂŒber dem Vorjahreswert. Volkswagen selbst hatte eine Nullsumme prognostiziert. Experten sahen diese Zahl auch deutlich ĂŒber den KonsensschĂ€tzungen.
Patrick Hummel von der Schweizer Bank UBS sieht in der Cashflow-Entwicklung eine diszipliniertere Investitionspolitik. Er erwĂ€hnte auch positive Cashflow-Kommentare zum Jahr 2026, die Bedenken zerstreuten, dass das Ergebnis im vierten Quartal auch mit zeitlichen Verschiebungen begrĂŒndet werden könnte. Kombiniert mit den operativen Entwicklungen glaubt er, dass sich die VW-Aktie vorerst positiv abheben kann von der Konkurrenz.
Laut Harald Hendrikse von der Citigroup ist die Cashflow-Ăberraschung neben niedrigeren Investitionen auch auf ein besseres Management des Betriebskapitals zurĂŒckzufĂŒhren. Dem Branchenexperten zufolge liegt darin schon lĂ€nger eine Hoffnung. Die AnkĂŒndigungen lieferten nun einen gewissen Beweis, dass dies funktioniere.
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