AKTIE IM FOKUS 2: Bericht zu EU-Saatgutpolitik treibt Bayer weiter hoch
08.01.2026 - 15:05:08(neu: Kurs)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zunehmend ermutigenden Nachrichten zu Bayer DE000BAY0017 haben die Aktie auch am Donnerstag nach oben getrieben. Sie testete erstmals seit November 2023 die runde Marke von 40 Euro und fĂŒhrte den Leitindex Dax DE0008469008 an. In nur zwei Monaten haben die Papiere der Leverkusener um mehr als die HĂ€lfte zugelegt. Am Nachmittag betrug der Aufschlag knapp 3 Prozent auf 39,44 Euro.
Ursache der erneuten Kursgewinne war ein Bericht in der "Financial Times" zur Agrarpolitik der EuropĂ€ischen Union. Das Blatt schrieb am Mittwoch, dass Bayer an eine positive VerĂ€nderung des europĂ€ischen Saatgutmarktes glaubt. Darin erwĂ€hnte der Autor, dass sich die EU-Institutionen nach mehrjĂ€hrigen Verhandlungen darauf geeinigt hĂ€tten, die Regeln bei der Verwendung gentechnisch verĂ€nderter Nutzpflanzen in Europa zu lockern. Bayer wolle damit auch die Ăbernahme des US-Konkurrenten Monsanto rechtfertigen, hieĂ es in dem Bericht weiter.
Wegen Monsanto wird 2026 fĂŒr Bayer laut dem Börsenbrief-Autor Hans Bernecker ein "sehr wichtiges Jahr". Bei den Prozessen rund um den Unkrautvernichter Glyphosat bestehe groĂe Hoffnung, denn sollte Bayer vor dem obersten US-Gericht der groĂe Befreiungsschlag gelingen, dĂŒrfte die 2025 schon stark gestiegene Aktie seiner EinschĂ€tzung nach weiter deutlich zulegen. "Bayer bietet damit ein attraktives Chance-Risiko-Potenzial", so Bernecker.
Zuletzt waren Experten wegen der Glyphosat-Hoffnung bereits optimistischer geworden, darunter schon im Dezember die InvestmenthÀuser JPMorgan und Morgan Stanley sowie am Vortag auch die britische Barclays Bank.
Auch zur Medikamentenpipeline hatte es zuletzt positive Nachrichten gegeben. So war Bayer im November ein Erfolg in einer klinischen Studie zum Blutgerinnungshemmer Asundexian bei SchlaganfĂ€llen gelungen, was die Aktie beflĂŒgelt hatte. Zudem gibt es immer wieder Neuigkeiten zu kleineren und gröĂeren Kooperationen im Biotech-Bereich. Erst am Donnerstag gab Bayer die Zusammenarbeit mit SoufflĂ© Therapeutics bei zellspezifischer siRNA-basierter Herztherapie bekannt.
Am Mittwoch war zudem bekannt geworden, dass der Dax-Konzern Corona-Impfstoffhersteller verklagt, mit dem Vorwurf der Verletzung von Patenten. Allerdings hatte das zunĂ€chst keinen Einfluss auf den Kurs. In der Biotech-Branche streiten viele Unternehmen wegen Ă€hnlicher VorwĂŒrfe miteinander.
Unter der Last milliardenteurer Verfahren und Vergleiche rund um Klagen in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat haben die Bayer-Aktien seit 2018 eine lange Talfahrt hinter sich. Der Rekord von ĂŒber 146 Euro liegt schon mehr als zehn Jahre zurĂŒck. Im FrĂŒhjahr 2025 waren sie dann bis auf fast 18 Euro gesackt - seither lĂ€uft eine Erholung.
@ dpa.de
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