AKTIEN IM FOKUS 2: Immobilienwerte erholt nach Trumps Iran-Wende
23.03.2026 - 16:53:05 | dpa.de(neu: Einstieg mit aktueller Nahost-Lage, Kursverlauf)
FRANKFURT/PARIS/LONDON (dpa-AFX) - EuropĂ€ische Immobilienaktien haben sich am Montag im Zuge einer plötzlichen Kehrtwende des Gesamtmarktes krĂ€ftig erholt. Davor hatten sie im europĂ€ischen BranchenĂŒberblick zu den gröĂten Verlierern gezĂ€hlt. Auslöser der Wende war die Anordnung von US-PrĂ€sident Donald Trump, in den nĂ€chsten fĂŒnf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur zu fliegen. Dies sei das Ergebnis "sehr guter und produktiver GesprĂ€che ĂŒber eine vollstĂ€ndige und endgĂŒltige Beilegung unserer Feindseligkeiten" in den vergangenen beiden Tagen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Das Branchenbarometer Stoxx Europe 600 Real Estate CH0043274395, das mittags noch um 3,6 Prozent abgerutscht war und den tiefsten Stand seit dem Zoll-Schock durch US-PrÀsident Trump im vergangenen April markiert hatte, notierte im spÀten Handel 0,7 Prozent im Plus. Seit Ausbruch des Krieges der USA und Israels gegen den Iran Ende Februar hat der davor gut gelaufene Sektor krÀftig nachgegeben.
Die Aktien von Vonovia DE000A1ML7J1 erholten sich spĂŒrbar von einem KursrĂŒckgang um 6 Prozent und notierten zuletzt noch 0,1 Prozent tiefer. Die Papiere von TAG Immobilien DE0008303504, Aroundtown LU1673108939 und LEG DE000LEG1110 verbuchten im MDax DE0008467416 KursaufschlĂ€ge zwischen 0,8 und 2,1 Prozent. FĂŒr Patrizia DE000PAT1AG3 ging es im SDax DE0009653386 um 1,2 Prozent bergauf. Auch im britischen FTSE 100 GB0001383545, der etliche Immobilientitel beinhaltet, drehten Werte wie British Land GB0001367019, Segro GB00B5ZN1N88 und Land Securities GB00BYW0PQ60 von deutlichen Verlusten in klare Gewinne.
Die krĂ€ftigen Verluste am Morgen waren mit steigenden Renditen an den AnleihemĂ€rkten im Zuge höherer Ălpreise begrĂŒndet worden. Auch hier drehten die MĂ€rkte.
"Je lĂ€nger die Rohölpreise auf hohem Niveau bleiben, desto mehr werden die Zentralbanken in die Ecke gedrĂ€ngt", hatte Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management am Morgen gemahnt. Damit weiche die Aussicht auf Zinssenkungen zunehmend einer drohenden Straffung der Geldpolitik - nicht wegen eines starken Wirtschaftswachstums, sondern angesichts der hartnĂ€ckigen Inflation. Dies fĂŒhre zu einer gefĂ€hrlichen Stagflation - also einer Kombination aus wirtschaftlicher SchwĂ€che bei gleichzeitig steigenden Preisen. Diese Entwicklung ist Gift fĂŒr Immobilienaktien, da sie die Finanzierungen verteuert.
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