Gefährdungsbeurteilung 2026: Neue Regeln, mehr Kontrollen
11.02.2026 - 19:43:12Für deutsche Unternehmen wird die Gefährdungsbeurteilung zur zentralen Compliance-Herausforderung. Reformierte Vorschriften und eine gesetzliche Mindestbesichtigungsquote erhöhen den Druck, Arbeitsplatzrisiken lückenlos zu dokumentieren.
Seit Jahresbeginn gelten verschärfte Regeln. Die reformierte DGUV Vorschrift 2 erlaubt mehr digitale Betreuung durch Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte. Für kleine Betriebe steigt die Grenze für vereinfachte Betreuungsmodelle von 10 auf 20 Beschäftigte. Gleichzeitig öffnet sich der Kreis qualifizierter Fachkräfte – nun können auch Arbeitspsychologen oder Ergonomie-Experten diese Rolle übernehmen.
Neue Mindestquote: Fünf Prozent aller Betriebe im Visier
Parallel verschärft sich die Kontrolldichte. Seit Januar 2026 gilt eine gesetzliche Mindestbesichtigungsquote von fünf Prozent. Die Landesbehörden müssen jährlich mindestens jeden zwanzigsten Betrieb in ihrem Gebiet prüfen. Der Fokus liegt auf der Dokumentation. Ein veraltetes oder lückenhaftes Gefährdungsbeurteilungs-Dokument gehört zu den häufigsten und schnellsten Beanstandungen.
Dokumentationslücken sorgen bei vielen Unternehmen für hohen Prüfungsdruck. Ein kostenloser Leitfaden mit praxisnahen Vorlagen und Checklisten zeigt, wie Sie rechtskonforme Gefährdungsbeurteilungen erstellen, die Kontrollen bestehen – anpassbar für Bau, Logistik und Büro. Jetzt kostenlose Vorlagen und Checklisten herunterladen
Die Auswahl der Betriebe erfolgt risikoorientiert. Branchen mit höheren potenziellen Gefahren – wie das Baugewerbe oder die Logistik – rücken damit stärker ins Visier der Aufsicht. Unternehmen aller Größen müssen nun sicherstellen, dass ihre Unterlagen nicht nur existieren, sondern aktuell und nachvollziehbar sind.
Psychische Belastungen: Vom Stiefkind zum Prüfschwerpunkt
Während physische Risiken oft erfasst werden, bleibt die Bewertung psychischer Belastungen vielerorts mangelhaft. Dabei ist sie seit 2013 gesetzliche Pflicht. Faktoren wie Arbeitsintensität, Zeitdruck oder mangelnde soziale Unterstützung müssen systematisch erfasst werden.
Die zunehmende Sensibilisierung für Themen wie Burnout und der anhaltende Fachkräftemangel verleihen diesem Aspekt neues Gewicht. Eine sorgfältige Analyse ist kein lästiges Pflichtprogramm mehr. Sie wird zum strategischen Werkzeug für Mitarbeiterbindung und Produktivität. Experten rechnen mit überarbeiteten Handlungshilfen, die insbesondere KMU bei der Umsetzung unterstützen sollen.
Digitalisierung als Chance für effizienteren Arbeitsschutz
Die neuen flexiblen Betreuungsformen bieten die Chance, den Arbeitsschutz effizienter zu gestalten. Nach einer verpflichtenden Erstbegehung können Folgeberatungen oft digital erfolgen. Dies entlastet insbesondere Betriebe an mehreren Standorten.
Unternehmen, die die Gefährdungsbeurteilung als lebendiges Steuerungsinstrument begreifen, handeln nicht nur rechtssicher. Sie investieren nachhaltig in die Gesundheit ihrer Belegschaft – und sichern sich so einen klaren Wettbewerbsvorteil. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und die Unfallversicherungsträger bieten umfangreiche Unterstützung für die praktische Umsetzung.
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