Helvetia, Baloise

Helvetia Baloise streicht über 1.100 Jobs nach Fusion

15.04.2026 - 12:18:45 | boerse-global.de

Der fusionierte Versicherungskonzern Helvetia Baloise hat im ersten Quartal massiv Stellen abgebaut. Bis 2028 sollen bis zu 2.600 Arbeitsplätze wegfallen, vor allem in der Schweiz und Deutschland.

Helvetia Baloise streicht über 1.100 Jobs nach Fusion - Foto: über boerse-global.de

Bereits im ersten Quartal dieses Jahres sind über 1.100 Vollzeitstellen weggefallen, wie der Konzern heute in London bekannt gab. Bis Ende 2028 sollen insgesamt bis zu 2.600 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Hinter den drastischen Zahlen steckt die Integration der beiden Schweizer Versicherer Helvetia und Baloise, die im Dezember 2025 fusionierten. Das Ziel: Synergien in Höhe von rund 350 Millionen Franken realisieren. 139 Millionen Franken sind bereits umgesetzt.

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Wo die Jobs wegfallen

Der Abbau trifft vor allem die Heimatmärkte. In der Schweiz sollen 1.400 bis 1.800 Stellen gestrichen werden. In Deutschland rechnet der Konzern mit 260 bis 330 betroffenen Arbeitsplätzen. Interne Schätzungen gehen sogar von bis zu 2.300 Stellenausfällen in der Schweiz aus – das Management hält jedoch an der offiziellen Obergrenze von 2.600 fest.

Die Dynamik überrascht. Der Abbau von über 1.100 Stellen bis Ende März liegt deutlich über den ursprünglichen Erwartungen vieler Branchenbeobachter. Der Konzern setzt auf natürliche Fluktuation, Frühpensionierungen und gezielte Kündigungen.

Basel wird zum neuen Machtzentrum

Ein sichtbares Zeichen des Wandels ist die Standortkonzentration. Der neue Hauptsitz steht in Basel. Der traditionelle Helvetia-Standort St. Gallen verliert stark an Bedeutung. Schätzungen zufolge bleiben dort nur noch 600 bis 700 Arbeitsplätze, statt bisher etwa 1.000.

Das historische Haus Washington an der Rosenbergstrasse wird frei. Die Universität St. Gallen (HSG) soll bereits Interesse an den Räumlichkeiten angemeldet haben. Der Umzug stellt eine große logistische und kulturelle Herausforderung dar: Zwei Unternehmenskulturen müssen nun verschmelzen.

Wie der Konzern den Abbau abfedern will

Helvetia Baloise verspricht einen sozialverträglichen Prozess. Ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungen und Altersteilzeit soll betriebsbedingte Kündigungen minimieren. In Deutschland seien so bisher weitgehend Entlassungen vermieden worden, heißt es.

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Doch Experten warnen: Solche Fusionsphasen erhöhen das Risiko für stressbedingte Erkrankungen. Die verbleibenden Teams müssen mit veränderten Abläufen und Arbeitsverdichtung klarkommen. Der Konzern betont, betroffene Mitarbeiter bei der internen Neuorientierung unterstützen zu wollen.

Ambitionierte Ziele für Aktionäre

Trotz der schmerzhaften Einschnitte blickt die Führung optimistisch nach vorn. Bis 2028 will der Konzern die Eigenkapitalrendite auf 16 bis 18 Prozent steigern. Die Aktionäre sollen kräftig profitieren: Für 2025 ist eine Dividende von 7,70 Franken je Aktie vorgesehen. Von 2026 bis 2028 plant Helvetia Baloise Ausschüttungen von über 2,8 Milliarden Franken.

Um diese Ziele zu erreichen, setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Automatisierung. Einfache administrative Aufgaben werden ersetzt, die Anforderungen an verbleibende Mitarbeiter verschieben sich hin zu IT-Spezialisierung und komplexer Beratung. Die nächsten zwei Jahre werden zeigen, ob der Spagat zwischen radikaler Effizienz und einer motivierten Belegschaft gelingt.

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