Hesai-LiDAR treibt autonomes Fahren in China voran
17.03.2026 - 00:00:23 | boerse-global.deHesai Technology stattet fĂŒhrende chinesische Autobauer mit Serien-LiDARs aus â ein SchlĂŒsselschritt fĂŒr autonomes Fahren der Stufen 3 und 4. Die jĂŒngsten ProduktionsauftrĂ€ge von Changan und BAIC markieren den Ăbergang von Pilotprojekten zur Massenkommerzialisierung.
SerienauftrĂ€ge ebnen Weg fĂŒr autonome Stufe 4
Die Branche setzt zunehmend auf umfassende Sensorsysteme. Mitte MĂ€rz 2026 gab Hesai bekannt, dass sein vollsolidarischer FTX-LiDAR fĂŒr die Serie auf Changans neuer Intelligent-Plattform nominiert wurde. Der Sensor bietet ein ultrabreites Sichtfeld von 180 x 140 Grad â entscheidend, um im urbanen Raum auch niedrige Hindernisse wie Poller oder Tiere zu erfassen. Zudem ist er 66 Prozent leichter als sein VorgĂ€nger, was Integration und Kosten senkt.
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Bereits am 11. MĂ€rz hatte Hesai eine Seriennominierung fĂŒr sein ATX-Fernbereichs-LiDAR bei BAIC bekanntgegeben. Dieses System erkennt kleine Objekte noch auf 200 Meter Entfernung, was fĂŒr autonomes Fahren bei höheren Geschwindigkeiten nötig ist. Die Kombination aus ATX fĂŒr die Ferne und FTX fĂŒr den Nahbereich schafft ein robustes Rundum-System. Es bildet die technische Grundlage fĂŒr Funktionen wie automatisches Parken, das Navigieren enger StraĂen und das BewĂ€ltigen komplexer Kreuzungen â Kernkompetenzen fĂŒr Fahrzeuge der Autonomiestufe 4 (L4).
Massenproduktion: KapazitÀt verdoppelt sich
Um den erwarteten Boom zu bedienen, treibt Hesai den KapazitĂ€tsausbau voran. Auf der CES 2026 kĂŒndigte das Unternehmen an, seine Jahresproduktion von 2 Millionen Einheiten (2025) auf ĂŒber 4 Millionen Einheiten in 2026 zu verdoppeln. Getrieben wird die Nachfrage durch fortschrittliche Fahrassistenzsysteme und Robotikanwendungen.
Die hocheffizienten Fertigungslinien schaffen derzeit einen Takt von nur 10 Sekunden pro LiDAR-Einheit. FĂŒr eine widerstandsfĂ€higere globale Lieferkette baut Hesai zudem die neue Fabrik âGalileoâ in Bangkok, Thailand. Sie soll Anfang 2027 in Betrieb gehen und internationale Automobilhersteller zuverlĂ€ssig versorgen.
Strategie: Expansion nach SĂŒdostasien mit Grab
Hesai baut seine internationale PrĂ€senz gezielt aus. Seit Februar 2026 ist das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit dem sĂŒdostasiatischen Technologie-Riesen Grab eingegangen. Grab wird zum exklusiven Distributor fĂŒr Hesais LiDAR-Produkte in der gesamten Region und ĂŒbernimmt Vertrieb, Support und Marketing.
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Die Kooperation nutzt Grabs riesiges Netzwerk in acht LĂ€ndern, um die EinfĂŒhrung von KI- und Robotik-Technologien zu beschleunigen. FĂŒr Grab sichert sie den Zugang zu zentraler Sensorik fĂŒr eigene Projekte in den Bereichen autonome MobilitĂ€t, HD-Kartierung und Roboter-Lieferdienste. Gemeinsames Ziel ist es, intelligente Maschinen fĂŒr die dichten und komplexen StĂ€dte SĂŒdostasiens fit zu machen.
Analyse: Der Markt wandelt sich grundlegend
Die SerienauftrĂ€ge zeigen den Wandel hin zur Kommerzialisierung hochautomatisierter Fahrzeuge. Der Sprung von Fahrassistenz (Stufe 2) zu bedingter oder hoher Automatisierung (Stufe 3/4) verĂ€ndert die Hardware-Anforderungen fundamental. Aus SicherheitsgrĂŒnden werden kĂŒnftige Fahrzeuggenerationen mit drei bis sechs LiDAR-Sensoren ausgestattet sein â das vervielfacht den adressierbaren Markt fĂŒr Anbieter wie Hesai.
Investoren reagieren auf diesen Trend. So gab etwa Fosun International Ltd. Mitte MĂ€rz bekannt, eine neue Millionen-Position in der Hesai Group aufgebaut zu haben. Parallel reift das regulatorische Umfeld: EntwĂŒrfe fĂŒr Standards zu unbemannten Fahrzeugen (Stufe 4) und nationale Sicherheitsvorschriften in China schaffen klare Leitplanken fĂŒr Tests und Betrieb. Analysten sehen in dieser Kombination aus Regulierung und fallenden Hardwarekosten durch Massenproduktion den entscheidenden Beschleuniger fĂŒr die flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung autonomer Technologien.
Die Serienproduktion fĂŒr die BAIC- und Changan-Modelle soll noch 2026 starten. Mit verdoppelten KapazitĂ€ten und wachsenden Vertriebsnetzen fallen die letzten Bremsklötze fĂŒr die Skalierung. Die Zusammenarbeit von Sensorherstellern, Autoindustrie und Tech-Plattformen wird die autonome MobilitĂ€t in den kommenden Jahren weiter vorantreiben und urbane Logistik sowie Personentransport nachhaltig verĂ€ndern.
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