Hygiene-Management: Mehr als nur eine Pflichtübung
25.01.2026 - 08:53:11Jährliche Hygieneschulungen sind für Arztpraxen kein lästiges Pflichtprogramm, sondern ein zentraler Schutz für Patienten und Mitarbeiter. Das belegt die aktuelle Rechtslage und Expertenmeinung deutlich.
Das Infektionsschutzgesetz als verbindlicher Rahmen
Die gesetzliche Grundlage für das Hygienemanagement bildet in erster Linie das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Es verpflichtet Praxisinhaber zur Einrichtung eines umfassenden Systems. Maßgeblich für die konkrete Ausgestaltung sind die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene (KRINKO) am Robert Koch-Institut. Das Gesetz stellt klar: Wer diese Richtlinien befolgt, erfüllt den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft. Damit werden die KRINKO-Empfehlungen zum verbindlichen Standard für alle ambulanten Einrichtungen.
Ein individueller Hygieneplan als Herzstück
Ein funktionierendes System basiert auf einem maßgeschneiderten Hygieneplan. Vorlagen von Kassenärztlichen Vereinigungen sind nur ein Ausgangspunkt. Experten warnen: Ein generisches Dokument, das nur abgeheftet wird, reicht nicht aus. Der Plan muss die spezifischen Gegebenheiten der Praxis abbilden und regelmäßig aktualisiert werden. Er muss detaillierte Vorgaben enthalten für:
* Hand- und Flächendesinfektion,
* Reinigungsintervalle,
* Umgang mit und Entsorgung von Materialien,
* Aufbereitung medizinischer Instrumente.
Zentral ist auch die klare Benennung von Verantwortlichkeiten, oft in Form eines bestellten Hygienebeauftragten aus dem medizinischen Personal.
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Jährliche Schulung: Theorie wird zur Praxis
Die verpflichtende jährliche Unterweisung aller Mitarbeiter ist der Schlüssel, um den Hygieneplan mit Leben zu füllen. Sie stellt sicher, dass jedes Teammitglied – vom Arzt über die MFA bis zur Verwaltungskraft – seine Rolle in der Infektionsprävention kennt. Die Schulung muss die praktische Anwendung des Plans vermitteln: korrekte Händedesinfektion, sachgerechter Gebrauch von Schutzkleidung und richtige Reinigungsabläufe. Sie dient nicht nur der Auffrischung, sondern auch der Einführung neuer Vorgaben. Die Dokumentation dieser Schulungen ist entscheidend – sowohl für behördliche Kontrollen als auch für den Haftungsfall.
Risiken bei Nichtbeachtung und Expertenrat
Die Vernachlässigung von Hygiene-Management und Schulungen birgt erhebliche Risiken. Neben der Gefahr für die Gesundheit von Patienten und Personal drohen dem verantwortlichen Praxisinhaber rechtliche Konsequenzen und Regressforderungen.
Praxismanagement-Berater betonen: Das Ziel der Protokolle ist primär der Schutz, nicht das Bestehen von Kontrollen. Ein hygienebewusster Mitarbeiter als Beauftragter hilft, den Plan konsequent um- und durchzusetzen. So entsteht eine Sicherheitskultur, die Hygiene zum gelebten Praxisalltag macht. Ein gut umgesetzter Plan mit kontinuierlicher Schulung ist laut Experten eines der wirksamsten Instrumente im Risikomanagement einer Praxis.
Ausblick: Digitale Tools und gelebte Kultur
Die Zukunft des Hygienemanagements wird durch digitale Tools für Planung, Dokumentation und Schulung geprägt sein. Online-Module und Checklisten können Abläufe vereinfachen. Doch Technik bleibt nur ein Hilfsmittel. Sie ersetzt keine tief verankerte Kultur der Hygiene. Das Grundprinzip bleibt: Kontinuierliche, evidenzbasierte Praktiken, gestützt durch regelmäßige Schulungen, sind unverzichtbar für die Sicherheit in der Praxis. Das Engagement für diese jährliche Pflicht zeigt letztlich, wie ernst eine Praxis Qualität und Patientenschutz nimmt.
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