ROUNDUP, Proteste

Proteste an iranischen UniversitÀten halten an

23.02.2026 - 11:56:50 | dpa.de

Im Iran halten die Proteste an UniversitÀten gegen das autoritÀre Herrschaftssystem den dritten Tag in Folge an.

An der Alsahra-UniversitĂ€t in der Hauptstadt Teheran, die ausschließlich Frauen aufnimmt, nahmen Studentinnen an Protesten teil, wie iranische Aktivisten auf Telegram berichteten. Auch an der renommierten Scharif-UniversitĂ€t fĂŒr Technologie sowie der TU Amirkabir in Teheran kam es zu neuen Demonstrationen.

Videos in den sozialen Medien zeigten Studentinnen, die Protestslogans gegen die politische FĂŒhrung riefen. "Tod der Islamischen Republik", war auf einem Video zu hören. "Weder Gaza noch Libanon, mein Leben fĂŒr Iran", rief die Menschenmenge auf einer weiteren Aufnahme, die der studentische Newsletter "Amirkabir" veröffentlichte. Gemeint ist die umstrittene UnterstĂŒtzung der iranischen FĂŒhrung fĂŒr militante Gruppen in der Region wie die Hisbollah.

Ein Doktorand an der Scharif-Uni, die im Iran als Elite-Hochschule gilt, bestĂ€tigte zahlreiche neue Demonstrationen. Er erklĂ€rte, dass auch politische Differenzen an den Unis fĂŒr neue Spannungen gesorgt hĂ€tten. Am Wochenende kam es auf dem Campus einiger Hochschulen zu ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Mitgliedern der paramilitĂ€rischen Basidsch-Organisation und Studierenden.

Neues Semester mit Verzögerung begonnen

Am Samstag hatte mit gut einem Monat Verzögerung an zahlreichen UniversitĂ€ten Irans das neue Semester begonnen. Die Hochschulen hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste Anfang Januar zunĂ€chst eingestellt. Nachdem die Behörden den weltweiten Internetzugang im Land fĂŒr gut drei Wochen abgeschaltet hatten, nahmen einige UniversitĂ€ten kĂŒrzlich den Lehrbetrieb mit Online-Veranstaltungen wieder auf.

Irans Sicherheitsapparat hatte die jĂŒngsten Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 StaatskrĂ€fte. Die jĂŒngsten Demonstrationen, ausgelöst zunĂ€chst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.

Auch die reformorientierte iranische Zeitung "Shargh" berichtete ĂŒber die neuen Studierendenproteste, die am Samstag zunĂ€chst mit Gedenkfeiern fĂŒr die bei den AufstĂ€nden getöteten Demonstranten begonnen hatten. Die lange Schließung der UniversitĂ€ten habe die politischen Positionen von AnhĂ€ngern und Gegnern der StaatsfĂŒhrung weiter radikalisiert, sagte ein Masterstudent dem Blatt. "Durch diese wachsenden GrĂ€ben ist die UniversitĂ€t nun kein sichererer Raum mehr als die Straße."

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