Iran mobilisiert AnhÀnger am Jahrestag der Revolution
11.02.2026 - 09:15:14In der Hauptstadt Teheran zeigte das Staatsfernsehen Menschenmassen auf den groĂen Verkehrsachsen in der Stadtmitte. Genaue Teilnehmerzahlen veröffentlichen die Staatsmedien in der Regel im Tagesverlauf.
Traditionell stellte der Staat auch militĂ€risches GerĂ€t zur Schau. Unter anderem waren auf den StraĂen mobile Lkw-Abschussrampen mit Attrappen ballistischer Raketen zu sehen, wie Bilder regierungsnaher Medien zeigten.
Minister und MilitĂ€roffiziere nahmen ebenfalls an den Feierlichkeiten teil. PrĂ€sident Massud Peseschkian forderte nationalen Zusammenhalt. "Heute brauchen wir mehr als je zuvor Einheit gegenĂŒber Bedrohungen, gegenĂŒber Verschwörungen, gegenĂŒber Fehlentwicklungen oder IrrefĂŒhrungen, die manchmal unsere Jugendlichen tĂ€uschen", sagte er bei einer Rede. "Ich entschuldige mich beim edlen Volk fĂŒr die MĂ€ngel, die bestehen."
Am Dienstagabend hatten AnhĂ€nger der Islamischen Republik "Allahu Akbar" (Gott ist am gröĂten) ĂŒber den DĂ€chern der Millionenmetropole Teheran gerufen. Der Ausdruck war 1979 zum Symbolruf der Revolution gegen die Herrschaft des Schahs geworden. Der Jahrestag steht in diesem Jahr im Schatten der brutalen Niederschlagung der Massenproteste Anfang Januar. "Tod dem Diktator" hallte es ebenfalls aus den HĂ€usern - eine Anspielung auf Irans ReligionsfĂŒhrer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.
Tausende bei jĂŒngster Protestwelle getötet
Ausgelöst wurde die jĂŒngste Protestwelle durch die schwere Wirtschaftskrise im Iran. WĂ€hrend zunĂ€chst HĂ€ndler auf die StraĂen zogen, entwickelten sich die Proteste schnell zu einem landesweiten Aufstand. In den NĂ€chten des 8. und 9. Januar töteten SicherheitskrĂ€fte fast 6.500 Demonstranten, wie Nachforschungen des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA ergaben. Mehr als 50.000 Menschen wurden demnach festgenommen.
WĂ€hrend die Proteste inzwischen verstummt sind, prĂ€gen die desolate Wirtschaftslage und extreme Preissteigerungen weiter den Alltag vieler Familien. Die LandeswĂ€hrung Rial - fĂŒr viele Iranerinnen und Iraner ein unmittelbarer Gradmesser ihrer finanziellen Situation - hat seit Jahresbeginn gegenĂŒber dem Euro rund 18 Prozent an Wert eingebĂŒĂt.
@ dpa.de
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