ROUNDUP, Teheran

Öllager in Teheran in Brand - Iran schlĂ€gt weiter zurĂŒck

08.03.2026 - 09:03:10 | dpa.de

Im Konflikt mit dem Erzfeind Iran hat Israel rund eine Woche nach Kriegsbeginn erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert.

In sozialen Medien kursierten Aufnahmen aus der Hauptstadt, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten. Israels Armee erklĂ€rte, Irans StreitkrĂ€fte nutzten die Tanks fĂŒr ihre militĂ€rische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestĂ€tigten die Revolutionsgarden die Bombardierung einer Ölraffinerie im SĂŒden Teherans.

Israels fĂŒhrte in der Nacht zudem nach eigenen Angaben in Libanons Hauptstadt Beirut einen Angriff auf Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durch. Zugleich setzte Israel seine Angriffe gegen die mit Teheran verbĂŒndete Hisbollah-Miliz im SĂŒden Beiruts fort. Der Iran wiederum feuerte erneut Raketen auf Israel und attackierte Treibstofftanks des internationalen Flughafens in Kuwait sowie Ziele in Saudi-Arabien mit Drohnen.

Am Morgen begann wiederum die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle im Iran.

Die Bundesregierung brachte unterdessen das Personal der deutschen Botschaft in Teheran nach den schweren Angriffen der USA und Israels vorĂŒbergehend im Ausland in Sicherheit. Aus dem AuswĂ€rtigen Amt in Berlin hieß es, das Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporĂ€r verlegt worden. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber gewĂ€hrleistet.

Israels Armee: Al-Kuds-Kommandeure in Beirut angegriffen

Die israelische Armee machte keine Angaben zum genauen Ort des Angriffs auf Al-Kuds-Kommandeure in Beirut. Nach libanesischen Angaben griff Israels MilitĂ€r in der Nacht gezielt ein Zimmer eines Luxushotels im Zentrum von Beirut an. Nach vorlĂ€ufigen Informationen des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer StaatsbĂŒrger.

Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen MilitĂ€rschlĂ€ge setzte Teheran in der Nacht seine Angriffe fort gegen arabische Staaten, in denen es US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte gibt. Die Luftabwehr in Kuwait fing drei in den Luftraum eingedrungene ballistische Raketen ab und zerstörte sie, wie die Armee auf X mitteilte.

Treibstofftanks an Kuwaits Flughafen im Visier

Kurz zuvor waren laut Verteidigungsministerium bereits Treibstofftanks des internationalen Flughafens von Kuwait Ziel von Drohnenangriffen geworden. NĂ€here Angaben gab es zunĂ€chst nicht. Die Armee erklĂ€rte, zivile Einrichtungen seien durch TrĂŒmmerteile infolge des Luftabwehreinsatzes beschĂ€digt worden.

Auch das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Irans PrĂ€sident Massud Peseschkian nannte zuvor als Bedingung fĂŒr eine Einstellung der Luftangriffe auf die NachbarlĂ€nder, dass von dort keine Attacken auf sein Land erfolgten.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklÀrte, der Krieg werde "mit voller Kraft" fortgesetzt. US-PrÀsident Donald Trump sagte zur LÀnge der Kampfhandlungen: "Was auch immer nötig ist".

Iran und die USA beschuldigen sich gegenseitig

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA zuvor vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf der in der Straße von Hormus gelegenen Insel Qeschm angegriffen zu haben. Die Wasserversorgung von 30 Dörfern sei beeintrĂ€chtigt, schrieb er auf der Plattform X. Die Angaben konnten zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden. Ein Angriff auf die Infrastruktur des Irans sei ein "gefĂ€hrlicher Schritt mit schwerwiegenden Folgen", schrieb Araghtschi.

Trump wiederum beschuldigte Teheran, fĂŒr die Bombardierung einer MĂ€dchenschule im Iran am ersten Kriegstag verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA dafĂŒr verantwortlich seien, sagte er zu Journalisten: "Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan". US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte vor Journalisten, der Vorfall werde untersucht.

Bei dem Angriff wurden nach iranischen Angaben vergangenen Samstag unter anderem rund 170 SchĂŒlerinnen getötet.

Trump erweist gefallenen US-Soldaten letzte Ehre

Trump nahm derweil an der ÜberfĂŒhrung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil. Er reiste dafĂŒr zum LuftwaffenstĂŒtzpunkt Dover im US-Bundesstaat Delaware, wo er auch auf die Familien der Gefallenen traf. Die Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.

Inmitten zumeist schwarz gekleideter GĂ€ste stach Trump auch deshalb hervor, weil er eine weiße Baseball-Kappe mit der Aufschrift "USA" trug.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff teilte derweil Russland nach eigenen Angaben mit, dass Moskau Teheran nicht mit Informationen in dem Krieg unterstĂŒtzen soll. Auf eine entsprechende Frage sagte Witkoff vor Journalisten: "Das habe ich deutlich gesagt." Weitere Details nannte er nicht. Mehrere US-Medien hatten berichtet, Russland liefere dem Iran Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen.

Netanjahu: "Moment der Wahrheit" rĂŒckt nĂ€her

Trump schloss unterdessen die Einbindung von Kurden in den Iran-Krieg aus. Kurdische KÀmpfer in der Region seien bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump vor Journalisten. Die USA hÀtten eine gute Beziehung zu den Kurden, "aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist."

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte in einer Videoansprache an die Menschen im Iran gewandt, der "Moment der Wahrheit" rĂŒcke nĂ€her. "Wir wollen den Iran befreien und in Frieden mit ihm leben", sagte Netanjahu. Aber "die Befreiung vom Joch der Tyrannei" hĂ€nge letztlich vom iranischen Volk ab.

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