Orban will Mission in die Ukraine schicken
05.03.2026 - 16:17:09 | dpa.deEine diesbezĂŒgliche Verordnung des rechtspopulistischen Regierungschefs erschien in der Nacht zum Donnerstag im ungarischen Amtsblatt. AngefĂŒhrt werden soll die Mission von einem stellvertretenden Minister aus dem ungarischen Energieministerium, angehören soll ihr auch ein Vertreter des ungarischen Mineralölkonzerns MOL HU0000068952.
Ăber die Druschba-Pipeline bekamen Ungarn und die Slowakei bis Ende Januar Erdöl aus Russland, von dem beide LĂ€nder abhĂ€ngig sind. Die Lieferungen ĂŒber diese Pipeline wurden der Ukraine zufolge abgebrochen, nachdem sie durch russische Angriffe beschĂ€digt worden war. Die Regierungen Ungarns und die Slowakei behaupten, dass der Abbruch der Lieferungen nicht an technischen Problemen liege, sondern an einer politischen Entscheidung in Kiew.
Pipeline-Steuerung unter der Erde beschÀdigt
Die Ukraine bestreitet das. Ihren Angaben nach liegt die Schadstelle im Westen des Landes bei Brody im Gebiet Lwiw. Dort habe ein russischer Drohnenangriff Ende Januar ein Tanklager getroffen, dessen Brand auch technische Systeme der Pipeline-Steuerung unter der Erde beschĂ€digt habe. "Diese SchĂ€den sind von auĂen nicht sichtbar, erfordern jedoch umfangreiche Reparaturarbeiten", sagte Energieminister Denys Schmyhal.
Eine ungarische Erkundungsmission wird ohne Zustimmung Kiews vor Ort nicht tÀtig werden können. Ihre Einsetzung durch Orban stellt einen eher symbolischen Akt dar. Orban erhofft sich davon mehr Druck auf die Ukraine, die Pipeline wieder betriebsfÀhig zu machen.
Selenskyj: Kein russisches Ăl als Wahlhilfe fĂŒr Orban
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj lieĂ in Kiew durchblicken, dass der Grund fĂŒr den Stopp der Ăllieferungen an Ungarn eine politische Komponente hat. "Denn das ist russisches Erdöl. Es gibt bestimmte Dinge, die keinen Preis haben. Sie (die Russen) bringen uns um, und wir sollen Orban Erdöl liefern, weil der Arme ohne dieses Ăl die Wahl nicht gewinnen kann?", sagte er Journalisten nach einer erweiterten Regierungssitzung.
Wenn die EU Finanzhilfen fĂŒr die Ukraine an eine Reparatur der Leitung knĂŒpfe, solle sie dies offiziell mitteilen, forderte Selenskyj. Trotzdem werde die Pipeline frĂŒhestens in anderthalb Monaten wieder in Betrieb gehen. Dieser Termin liegt nach der ungarischen Parlamentswahl am 12. April, bei der Orbans Partei Fidesz laut Umfragen eine Niederlage droht.
Seit dem Stopp der Lieferungen blockiert Orban in der EuropĂ€ischen Union (EU) ein geplantes milliardenschweres EU-Darlehen fĂŒr die Ukraine sowie weitere Russland-Sanktionen. Der Rechtspopulist gilt in der EU als der Regierungschef mit den besten Beziehungen zum Kreml. WĂ€hrend des seit vier Jahren laufenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat er die AbhĂ€ngigkeit seines Landes von russischem Ăl und Erdgas erhöht. Einnahmen aus EnergieverkĂ€ufen tragen zur Finanzierung der Kriegsmaschinerie Moskaus bei.
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