Iran will Wasser aus NachbarlÀndern kaufen
03.12.2025 - 15:09:20"Wenn ein Land bereit ist, Wasser zu verkaufen, kaufen wir es", sagte Energieminister Abbas Aliabadi, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete. Daneben stehe auch der Import von Produkten auf der Agenda, die viel Wasser verbrauchen, um selbst Wasser zu sparen.
Die meisten NachbarlĂ€nder Irans leiden selbst unter Trockenheit und Wassermangel - darunter der Irak, Afghanistan sowie die pakistanischen Grenzregionen. Armenien im Norden verfĂŒgt hingegen ĂŒber vergleichsweise gröĂere Wasserreserven.
Experten warnen seit Jahren vor Wasserkrise
Der Iran zĂ€hlt zu den trockensten LĂ€ndern der Welt. In den vergangenen Jahren haben Fachleute einen deutlichen RĂŒckgang der NiederschlĂ€ge festgestellt, gleichzeitig nehmen DĂŒrreperioden und andere extreme Wetterereignisse zu.
Experten warnen seit Jahren, dass die Landwirtschaft im Iran unter falschen Anreizen leidet: Statt sich an die wasserarmen Gegebenheiten anzupassen, wurden besonders durstige Anbauprodukte subventioniert. Traditionelle Anbauweisen wurden verdrĂ€ngt - mit langfristig fatalen Folgen fĂŒr Böden und Reserven. Tausende Familien haben lĂ€ndliche Regionen verlassen.
UN-Experte: "Ein Versagen des Systems"
Der Iran erlebt das sechste Jahr in Folge eine DĂŒrre, schrieb der UN-Experte Kaveh Madani im Wirtschaftsmagazin "Forbes". Neben dem Klimawandel kritisierte er jedoch auch Jahre der Misswirtschaft. "Was wir heute erleben, ist keine Wasserkrise mehr, sondern eine "Wasserinsolvenz" - ein Versagen des Systems, das ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum mehr Wasser entnommen hat, als die Natur wieder auffĂŒllen konnte."
Madani forderte ein Umdenken und radikale Einsparungen in der Landwirtschaft, die fĂŒr gut 90 Prozent des Wasserverbrauchs im Iran verantwortlich ist.

