Immobilienmarkt zeigt sich nach MIPIM gespalten
14.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deDer deutsche Immobilienmarkt befindet sich in einer Phase der Neuordnung. Neue Daten belegen eine klare Trennung: Bestandsimmobilien gewinnen leicht an Wert, während der Neubau weiter unter Druck steht. Auf der heute zu Ende gehenden Immobilienmesse MIPIM in Cannes herrschte bei Branchenvertretern vorsichtiger Optimismus.
Europace-Index: Leichter Aufschwung nur im Bestand
Aktuelle Zahlen des Europace Hauspreisindex untermauern die gespaltene Lage. Im Februar stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand um 0,27 Prozent. Gleichzeitig fielen die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,33 Prozent. Insgesamt sanken die Immobilienpreise im Schnitt den dritten Monat in Folge minimal.
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Experten von Europace betonen: Verbraucher sollten nicht auf breite Preisrückgänge hoffen. Das Wachstum spielt sich derzeit vor allem im Bestand ab. Entscheidende Faktoren sind die Angebotsknappheit, die Qualität der Objekte und eine verbesserte Planbarkeit bei der Finanzierung.
Regionale Berichte: Kaarst stagniert, Randlagen legen zu
Wie unterschiedlich die Entwicklung regional verläuft, zeigt ein aktueller Grundstücksmarktbericht aus dem Rhein-Kreis Neuss. Die Transaktionszahl stieg dort um elf Prozent, der Umsatz sogar um 14 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro.
Doch die Preisentwicklung fällt je nach Lage völlig anders aus. Während Bodenrichtwerte in Randlagen von Städten wie Grevenbroich oder Dormagen stiegen, zeigten sich teure Lagen in Kaarst und Meerbusch eher stagnierend. Käufer weichen vermehrt in die Peripherie aus – und stützen dort die Preise.
MIPIM-Stimmung: Lichtblicke im Wohnsegment
Auf der Immobilienmesse MIPIM herrschte vorsichtiger Optimismus. Vom 9. bis 13. März diskutierten Investoren und Entwickler die Marktzukunft. Branchenvertreter sehen im klassischen Wohnsegment erste zaghafte Lichtblicke für neue Transaktionen.
Institutionelle Investoren interessieren sich zunehmend für lebensmittelgeankerte Einzelhandelsimmobilien. Große Neubauprojekte zum Verkauf bleiben jedoch schwierig. Hohe Baukosten und regulatorische Hürden erschweren die Kalkulation. Die Angst vor weiteren Mietregulierungen in Städten wie Berlin bremst zudem Investitionen.
Miete steigt stärker als Eigentumspreise
Die Schere zwischen Miete und Kauf öffnet sich weiter. Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern stiegen zuletzt um 3,5 Prozent. Die Preise für selbst genutztes Wohneigentum entwickelten sich dagegen deutlich moderater.
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Für Eigennutzer könnte der Erwerb langfristig wieder attraktiver werden – vorausgesetzt, die Finanzierung stimmt. Deutlich wird: Eigentumswohnungen unterliegen anderen Marktmechanismen als reine Mietprojekte, bei denen Investoren Refinanzierungskosten direkt an die Mieter weitergeben.
Energieeffizienz wird zum entscheidenden Preistreiber
Eine gesunde Neuordnung ist im Gange. Verkäufer müssen sich auf längere Vermarktungszeiten und echte Preisverhandlungen einstellen. Der entscheidende Faktor ist heute die Energieeffizienz.
Eine Analyse der Bausparkasse Schwäbisch Hall zeigt: Eine Wohnung der Effizienzklasse A+ kostet im Schnitt 650 Euro mehr pro Quadratmeter als ein vergleichbares Objekt der Klassen D oder E. Käufer rechnen drohende Sanierungskosten konsequent in ihre Angebote ein. Immobilien mit schlechter Energiebilanz verzeichnen die größten Abschläge.
Analysten prognosticieren moderate Erholung
Für 2026 erwarten Fachanalysten einen durchschnittlichen Preisanstieg von 3,3 Prozent. Für 2027 sagen sie weitere 3,0 Prozent voraus. Die zentrale Herausforderung bleibt die Erschwinglichkeit für Erstkäufer.
Das Durchschnittsalter der Erstkäufer dürfte wegen hoher Eigenkapitalanforderungen weiter steigen. Der Markt wird ein Markt der Kompromisse bleiben. Gefragt sind energetisch hochwertige Bestandsobjekte, während Käufer bei Lage und Wohnfläche flexibler werden müssen.
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