Immobilienverwaltung, Wohnungen

Immobilienverwaltung: Tausende Wohnungen droht die Verwaltungslosigkeit

06.02.2026 - 17:04:11

Ein massiver Personalmangel und steigende Kosten führen zu einem flächendeckenden Versorgungsengpass in der Immobilienverwaltung. Viele Wohnungseigentümergemeinschaften finden keine Betreuung mehr.

Die Krise in der deutschen Immobilienverwaltung spitzt sich dramatisch zu. Immer mehr Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) finden keine professionelle Betreuung mehr. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) Nord warnt vor einem flächendeckenden Versorgungsengpass.

Ohne Verwalter bleiben dringende Instandhaltungen und gesetzliche Vorgaben auf der Strecke. Das gefährdet den Werterhalt tausender Immobilien und birgt rechtliche Risiken für die Eigentümer. Branchenverbände fordern ein entschlossenes politisches Handeln, um einen Kollaps zu verhindern.

Akuter Fachkräftemangel lähmt die Branche

Das Kernproblem ist ein massiver Personalmangel. Erfahrene Verwalter gehen in Rente, doch es fehlt an Nachwuchs. Die Arbeit ist komplexer geworden: Sie erfordert juristisches, technisches und kaufmännisches Wissen – bei hohem Konfliktpotenzial.

Anzeige

Passend zum Thema WEG-Recht — Die jüngsten WEG-Änderungen betreffen Beschlussfähigkeit, Online-Eigentümerversammlungen und neue Regeln bei Modernisierungen wie Balkonkraftwerken. Unser kostenloser 5‑Minuten-Sonderreport erklärt die 19 wichtigsten Neuerungen praxisnah, zeigt typische Fehler bei der Beschlussfassung und gibt konkrete Handlungsanweisungen für Eigentümer, Beiräte und Verwalter. Ideal, um rechtssicher zu handeln und Sanierungsprojekte planbar zu halten. In 5 Minuten WEG-Neuerungen lesen

Die Folgen sind gravierend:
* Bereits 70 Prozent der Verwaltungen berichteten 2025 von Überlastung.
* Viele offene Stellen bleiben unbesetzt.
* Unternehmen reduzieren ihre Kapazitäten und lehnen neue Mandate ab.

Besonders betroffen sind kleine und mittelgroße Objekte. Für viele Firmen ist deren Betreuung wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.

Bürokratie und Kosten ersticken die Wirtschaftlichkeit

Zusätzlich zum Personalmangel erschwert eine Flut neuer Vorschriften die Arbeit. Die steigenden Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit (ESG) und das komplexe Gebäudeenergiegesetz (GEG) treiben den administrativen Aufwand in die Höhe.

Gleichzeitig explodieren die Betriebskosten. Steigende Personalkosten und höhere Versicherungsprämien schmälern die knappen Margen. Diese Last können Verwalter oft nicht an die Eigentümer weitergeben.

Das Ergebnis: Laut einer Umfrage trennen sich 57 Prozent der Verwaltungen von unrentablen Mandaten. Fast jede siebte Firma nimmt gar keine neuen Aufträge mehr an.

Was passiert, wenn keine Verwalter mehr da sind?

Droht einer WEG die „Verwaltungslosigkeit“, hat das fatale Folgen. Ohne bestellten Verwalter sind keine rechtskräftigen Beschlüsse mehr möglich. Notwendige Sanierungen – etwa eine neue Heizung – werden blockiert.

Langfristig entsteht ein Sanierungsstau, der zum schleichenden Wertverlust der Immobilie führt. Banken achten zudem bei Kreditvergaben auf eine geordnete Verwaltung. Eine verwalterlose WEG kann die Finanzierbarkeit der Wohnungen erheblich beeinträchtigen.

Digitalisierung als Rettungsanker?

Um den Engpass zu überwinden, setzt die Branche auf Innovation. Die Digitalisierung soll administrative Aufgaben automatisieren und Fachkräfte entlasten. Künstliche Intelligenz könnte die Bewältigung der Informationsflut unterstützen.

Denkbar sind auch neue Geschäftsmodelle, wie digitale Plattformen für Selbstverwalter oder modulare Dienstleistungen für kleine WEGs. Doch Branchenexperten sind sich einig: Ohne politische Unterstützung wird das nicht reichen.

Gefordert werden ein spürbarer Bürokratieabbau und gezielte Investitionen in die Nachwuchsförderung. Die Bundesregierung hat zwar Pläne für einen allgemeinen Bürokratieabbau vorgelegt. Für die Immobilienverwalter ist das aber nur ein kleiner Schritt. Die Zeit zum Handeln drängt, bevor aus der Krise ein flächendeckender Notstand wird.

Anzeige

PS: Viele Wohnungseigentümer übersehen, welche rechtlichen Folgen WEG-Neuerungen für Sanierungen, Verwaltung und Kreditvergaben haben können. Vermeiden Sie teure Beschlussfehler und Finanzierungshürden: Der kostenlose WEG-Sonderreport fasst praxisnah zusammen, welche Rechte und Pflichten jetzt gelten, enthält anschauliche Beispiele und konkrete Tipps für die Vorbereitung von Eigentümerversammlungen. Besonders hilfreich für Verwalter kleiner und mittelgroßer Objekte. Jetzt kostenlosen WEG-Sonderreport anfordern

@ boerse-global.de