Gericht in Brest verhandelt Fall um russische Schattenflotte
23.02.2026 - 05:50:04 | dpa.deDer chinesische KapitĂ€n steht im westfranzösischen Brest vor Gericht, weil er offizielle französische Anweisungen nicht befolgt haben soll, als französische SeestreitkrĂ€fte den Tanker Ende September vor der bretonischen KĂŒste aufbrachten.
Der Tanker wurde damals laut Staatsanwaltschaft der russischen Schattenflotte zugerechnet. Damit sind Tanker und andere Frachtschiffe gemeint, die Russland zur Vermeidung von Sanktionen etwa beim Ăltransport einsetzt. Frankreich schĂ€tzt die GröĂe der Flotte mittlerweile auf 1.000 bis 1.200 Schiffe, wovon 650 bis 700 mit Sanktionen belegt sind.
Die "Boracay", die zuvor auch unter dem Namen "Pushpa" unterwegs war, transportierte nach Vermutung der Staatsanwaltschaft Ăl von Russland nach Indien. Sie konnte ihre Fahrt nach einigen Tagen fortsetzen.
Ob der chinesische KapitĂ€n zu der Verhandlung erscheinen wird, ist offen. Er wird in Frankreich durch einen Anwalt vertreten. Nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens sind MutmaĂungen, wonach der Tanker zuvor beim Passieren der dĂ€nischen KĂŒste in Drohnen-StörfĂ€lle verwickelt gewesen sein könnte. Diese fĂŒhrten vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen zu erheblichen EinschrĂ€nkungen des Flugverkehrs. Die EU warnt schon lĂ€nger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform fĂŒr den Start von Drohnen fĂŒr Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.
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