Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Warnstreiks in norddeutschen HĂ€fen dauern an

10.07.2024 - 14:50:17

In mehreren norddeutschen HÀfen haben BeschÀftigte der Seehafenbetriebe ihren Warnstreik fortgesetzt.

"Es geht so weiter, wie wir angefangen haben. Der Containerumschlag steht", sagt der fĂŒr die maritime Wirtschaft zustĂ€ndige Verdi-Fachbereichsleiter AndrĂ© Kretschmar der Deutschen Presse-Agentur. Am Vormittag verliehen Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter in Hamburg ihren Forderungen zudem mit einer Kundgebung beim Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) Nachdruck.

Auch HĂ€fen in Niedersachsen und Bremen betroffen

Die Gewerkschaft erwartete dabei nach eigenen Angaben rund 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Danach war ein Demonstrationszug geplant. Die BeschĂ€ftigten waren am Dienstagmorgen in einen Warnstreik getreten, betroffen sind auch HĂ€fen in Niedersachsen und Bremen. Die vierte Verhandlungsrunde im Tarifstreit ist fĂŒr Donnerstag und Freitag in Bremen angesetzt.

Zuletzt musste der Hamburger Hafen RĂŒckschlĂ€ge hinnehmen. So sank der Umschlag von SeegĂŒtern im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 um 4,7 Prozent auf 114,3 Millionen Tonnen - der niedrigste Wert seit 2009.

Warnstreiks auch schon vor rund einem Monat

Der ZDS forderte die Gewerkschaft auf, Maß und Mitte zu wahren: "Im Lichte der bisherigen konstruktiven Verhandlungsrunden und des vorgelegten fairen Angebotes gibt es aus Sicht des ZDS aktuell keine Veranlassung fĂŒr Warnstreiks, die die ZuverlĂ€ssigkeit der deutschen SeehĂ€fen beeintrĂ€chtigen."

Verdi fordert fĂŒr die BeschĂ€ftigten bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten unter anderem eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro rĂŒckwirkend zum 1. Juni sowie eine entsprechende Anhebung der SchichtzuschlĂ€ge. Der ZDS bot zuletzt zum 1. Juni eine Lohnerhöhung um 2,9 Prozent, mindestens aber 80 Cent mehr pro Stunde an. Die SchichtzuschlĂ€ge sollen demnach um 33 Cent bis 3,50 Euro steigen.

Verdi: Hohe Beteiligung bei Warnstreiks in Niedersachsen

Auch in Niedersachsen haben BeschĂ€ftigte den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht. Seit heute Morgen um 6.00 Uhr legen BeschĂ€ftigte in Emden laut einem Gewerkschaftssprecher ihre Arbeit nieder. Der Warnstreik soll dort bis heute Abend (22.00 Uhr) andauern. In Bremerhaven wird demnach auch gestreikt, dort sollen die Maßnahmen ebenfalls bis heute Abend fortgesetzt werden. In Wilhelmshaven soll der Warnstreik den Angaben zufolge am Donnerstagmorgen enden. Die Gewerkschaft spricht von einer hohen Beteiligung.

Schon Mitte Juni hatte es Warnstreiks in mehreren norddeutschen HĂ€fen gegeben, darunter Hamburg, Brake und Emden. Hafenarbeiter bestreikten damals auch die zentralen Zu- und Ausfahrten an den Terminals in Bremerhaven, nur eine Notbesetzung war im Einsatz.

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