Sozialarbeit im Betrieb stÀrkt Auszubildende und Chefs
01.09.2025 - 05:29:58"Junge Leute kommen in eine anspruchsvollere Welt als frĂŒher", sagte der 1. Vorsitzende des Bundesfachverbands Betriebliche Soziale Arbeit, Martin Klein. Ăberall gebe es Krisen, immer wieder komme eine neue hinzu. Wie wichtig soziale UnterstĂŒtzung sei, habe nicht zuletzt die Corona-Pandemie deutlich gemacht.
"Arbeit und Schule sind die Orte, wo man mit anderen zusammenkommt", fĂŒhrte Klein aus. Mitunter werde hier erst deutlich, wenn es Probleme gebe - wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter lange verschwunden sei, bis Kollegen ihn zockend auf der Toilette finden. "Dann merkt man erst, dass er spielsĂŒchtig ist."
Unternehmen stellen sich zunehmend darauf ein. So bietet etwa der Karlsruher Energiekonzern EnBW DE0005220008 seit diesem Jahr eine sozialpĂ€dagogische Betreuung fĂŒr NachwuchskrĂ€fte, damit diese erfolgreich in der Arbeitswelt FuĂ fassen.
"Auch der Chef kann dahingehen"
Im Grunde gebe es betriebliche soziale Arbeit seit mehr als 100 Jahren, sagte Klein. Auslöser sei gewesen, dass Frauen in die Arbeitswelt kamen, einige hĂ€tten Kinder gehabt. "Da wussten manche gar nicht, wie man damit umgeht." Einige groĂe Unternehmen hĂ€tten damals entsprechend darauf reagiert.
Ein Vorteil derartiger Angebot ist aus seiner Sicht schon die Bezeichnung sozial. Dies werde nicht unmittelbar mit psychischen Belastungen oder Àhnlichem verbunden, weshalb der Zugang niedrigschwelliger sei, erklÀrte Klein.
Zudem diene betriebliche soziale Arbeit als neutrale Instanz, sei weder Arbeitgeber noch Betriebsrat. "Auch der Chef kann dahingehen." GesprĂ€che seien vertraulich. Wiederum sei die Bezahlung in Firmen fĂŒr die Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen hĂ€ufig besser als bei anderen Arbeitgebern.

