Jack Ma fordert Bildungsrevolution: Neugier statt Pauken im KI-Zeitalter
28.01.2026 - 09:23:12Der Alibaba-Mitgründer Jack Ma hat mit einer seltenen öffentlichen Intervention eine radikale Neuausrichtung der Bildungssysteme gefordert. In einer Videobotschaft forderte er, Kreativität und Neugier zum neuen Bildungsziel zu machen – denn reines Faktenwissen könne die Künstliche Intelligenz längst besser.
Ma sprach während des jährlichen „Laba Festival“ für ländliche Lehrkräfte. Sein Kernargument: Der rasante Aufstieg der KI zwinge zu einem fundamentalen Wandel. Bildung müsse sich von Auswendiglernen und Rechenfertigkeiten abwenden. Diese Domänen hätten Maschinen bereits erobert. Stattdessen gelte es, menschliche Alleinstellungsmerkmale zu fördern: Neugier, Vorstellungskraft und Kreativität.
Die wahre Kluft: Neugierdefizit statt Technologielücke
Ma widersprach der gängigen Debatte deutlich. Die entscheidende Kluft im KI-Zeitalter sei kein Mangel an Hardware oder Software. Die „wahre digitale Spaltung“ sei ein Defizit an Neugier und kreativem Denken.
Während Maschinen Informationen mit übermenschlicher Geschwindigkeit verarbeiten könnten, fehle ihnen der Antrieb, „Warum?“ zu fragen oder das noch Nicht-Existierende zu erträumen. Ma beschrieb Neugier als „Rechenleistung“ der nächsten Generation. Sie sei der Motor für Innovation. Ohne sie drohe die menschliche Intelligenz gegenüber der künstlichen Effizienz zu erstarren.
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Diese Perspektive verlagert den Fokus vom reinen Technikunterricht – wie Programmieren oder Datenkompetenz – hin zur Förderung der Verhaltensmuster, die Entdeckungen antreiben.
Neues Erfolgsmodell: Vom Antwortgeber zum Fragensteller
Ein zentrales Thema war die Neudefinition von schulischem Erfolg. Weltweit belohnten Bildungssysteme seit Jahrzehnten Schüler, die standardisierte Fragen korrekt beantworten. Dieses Modell sei obsolet, wo KI dieselben Antworten sofort liefern kann.
„Ein Wettbewerb im Auswendiglernen oder Kopfrechnen gegen eine Maschine ist aussichtslos“, so Ma sinngemäß. Stattdessen müsse ein System entstehen, das die Fähigkeit schätzt, hochwertige Fragen zu formulieren.
Sein plastisches Beispiel: Das Ziel von Bildung sollte nicht sein, dass 1.000 Schüler dieselbe korrekte Antwort produzieren. Sondern dass sie 10.000 verschiedene, einsichtsvolle Fragen stellen können. Dieser Wechsel vom „Antworten-Liefern“ zum „Fragen-Generieren“ markiert eine massive pädagogische Wende. Bildungsexperten sehen darin eine Stärkung höherer Denkfähigkeiten wie kritische Analyse – Fähigkeiten, die sich schwerer automatisieren lassen.
KI als Befreiungswerkzeug für menschliche Stärken
Angesichts von Ängsten, KI könnte Lehrkräfte oder Schüler überflüssig machen, bot Ma eine optimistische Sicht. Er rief Pädagogen auf, Kindern den effektiven Umgang mit KI beizubringen, anstatt über deren Einführung zu zögern.
KI biete die Chance, Bildung zu ihrem wahren Wesen zurückzuführen. Indem repetitive Aufgaben des Auswendiglernens und Rechnens an KI-Tools abgegeben werden, könnten Lehrer und Schüler „Produktivität“ für genuin menschliche Tätigkeiten freisetzen. Der richtige KI-Einsatz ermögliche personalisiertere und kreativere Lernerfahrungen. Die Technologie wirke dann als Gerüst für menschliche Vorstellungskraft, nicht als deren Ersatz.
Diese Haltung stellt sich der oft diskutierten „Ersetzungsangst“ entgegen. Ma positioniert KI als Werkzeug, das menschliches Potenzial befreit. Er folgt damit einem wachsenden Gedankengut, das die Zukunft der Arbeit als Partnerschaft zwischen menschlicher Intuition und maschineller Intelligenz sieht.
Hintergrund: Ma’s Bildungsengagement und globale Trends
Jacks Ma Fokus auf Bildung ist nicht neu. Seit seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft bei Alibaba widmet er einen Großteil seiner Zeit philanthropischen Bildungsprojekten. Die Jack Ma Foundation und Initiativen wie die Yungu School in Hangzhou zeugen davon. Seine Rückkehr ins Rampenlicht unterstreicht die Dringlichkeit des Themas.
Das Timing ist bedeutsam. 2026 werden generative KI-Modelle immer ausgereifter. Deren Fähigkeit, Aufsätze zu schreiben, komplexe Gleichungen zu lösen oder sogar Code zu generieren, zwingt weltweit zur Neubewertung von Lehrplänen. Bildungsministerien und private Institutionen debattieren, wie Prüfungs- und Lehrmethoden an eine Realität angepasst werden können, in der das „Wissen“ von Fakten weniger wert ist als das Verständnis, sie zu synthetisieren und anzuwenden.
Beobachter erkennen Parallelen zur Wirtschaftswelt. Arbeitgeber priorisieren zunehmend „Soft Skills“ wie Anpassungsfähigkeit, emotionale Intelligenz und kreative Problemlösung gegenüber technischem Faktenwissen. Die Fähigkeit, eine KI effektiv zu „prompten“ – oft „Prompt Engineering“ genannt – basiert genau auf der Neugier und Klarheit des Denkens, die Ma propagiert.
Ausblick: Das Zeitalter des kreativen Denkers
Mas Vision skizziert einen Fahrplan für Bildungsreformen, der das nächste Jahrzehnt prägen könnte. Würde sie Realität, sähe das Klassenzimmer der Zukunft fundamental anders aus als der Hörsaal der Vergangenheit.
Es ist mit einem Abschied von standardisierten Tests zu rechnen, die auf Erinnerungsabfrage setzen. Bewertungsmethoden könnten sich dahin entwickeln, die Fähigkeit zu prüfen, KI-Werkzeuge zur Lösung neuartiger Probleme oder zur Schaffung origineller Werke einzusetzen. Die Rolle der Lehrkraft würde sich wahrscheinlich vom „Weisen auf der Bühne“ zum Guide wandeln, der Schüler in der Kunst des Forschens und der Zusammenarbeit mentorisiert.
Mas implizite Warnung ist deutlich: Passt sich die Bildung nicht an und priorisiert nicht die menschlichen Eigenschaften – Urteilsvermögen, Kollaboration, Imagination –, werden Schüler schlecht gerüstet in eine Welt entlassen. Seine Botschaft bleibt dennoch hoffnungsvoll. Durch die Pflege des „Source Codes“ menschlicher Neugier, so seine Überzeugung, kann eine Generation heranwachsen, die die KI-Revolution nicht nur übersteht, sondern sie nutzt, um die dringendsten globalen Herausforderungen zu lösen. Für Bildungspolitiker wird 2026 die Umsetzung dieser Ideen zur Schlüsselaufgabe. Die Unterscheidung zwischen „Rechnen lernen“ und „Neugierig sein lernen“ wird zur Trennlinie der neuen Wirtschaft.
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