KBV startet E-Rezept für digitale Gehirntraining-Apps
14.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deDigitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können ab sofort elektronisch verordnet werden. Das gab die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) heute bekannt. Zeitgleich rücken digitale kognitive Therapien als Behandlungsoption für Long-COVID-Folgen in den Fokus.
Elektronische Verordnung beschleunigt Zugang
Arzt- und Psychotherapiepraxen können zertifizierte Apps für das Gehirntraining nun freiwillig über das E-Rezept verschreiben. Bisher war dafür das rosa Papierformular „Muster 16“ nötig. Dieses soll langfristig vollständig abgelöst werden.
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Die technische Voraussetzung ist ein entsprechend zertifiziertes Modul der KBV im Praxisverwaltungssystem. Der Schritt soll den gesamten Prozess von der Diagnose bis zur Freischaltung der App erheblich beschleunigen. Ein verpflichtendes Datum für die ausschließliche Nutzung des E-Rezepts gibt es zwar noch nicht. Der Start legt jedoch den Grundstein für eine flächendeckende digitale Versorgung.
Anerkannte Kassenleistung gegen Gedächtnisprobleme
Apps wie NeuroNation MED oder memodio sind offiziell als Digitale Gesundheitsanwendungen zugelassen. Ihre Therapiekosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei ärztlicher Verordnung. Diese medizinischen Apps bieten ein personalisiertes Training, das sich in Echtzeit an das Leistungsniveau anpasst.
Trainiert werden Aufmerksamkeit, logisches Denken, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnis. Einige Anwendungen richten sich gezielt an Menschen mit leichten kognitiven Störungen oder zur Demenzbegleitung. Die Wirksamkeit muss in klinischen Studien nachgewiesen werden, um den DiGA-Status zu erhalten. Das wirtschaftliche Interesse ist groß: Das Team hinter der Demenz-App memodio sammelte kürzlich mehrere hunderttausend Euro Investorengelder ein.
Neue Hoffnung für Long-COVID-Patienten mit „Brain Fog“
Eine hohe klinische Relevanz erhält das digitale Gehirntraining im Kampf gegen Pandemiefolgen. Mediziner betonen anlässlich des bevorstehenden Long-COVID-Awareness-Days, dass etwa 36 Prozent aller Long-COVID-Patienten an kognitiven Einschränkungen leiden. Der „Brain Fog“ äußert sich durch Konzentrationsstörungen, verlangsamtes Denken und Gedächtnisprobleme.
Digitale Therapieangebote können diese Symptome evidenzbasiert lindern. Das Prinzip ähnelt einem Muskeltraining: Regelmäßige kognitive Herausforderungen können neuronale Verbindungen regenerieren. Da es bundesweit an ambulanten neuropsychologischen Praxen mangelt, schließen die Apps eine kritische Versorgungslücke. Besonders nach der Entlassung aus Reha-Maßnahmen können sie ein therapeutisches Loch überbrücken.
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Langzeitstudien untermauern Wirksamkeit
Die positiven Effekte werden zunehmend durch internationale Studien gestützt. Das Deutsche Ärzteblatt berichtete heute über eine Analyse, wonach ein computergestütztes Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit das langfristige Demenzrisiko bei Senioren senken kann.
Teilnehmer einer groß angelegten Studie, die ein solches Training absolvierten, erkrankten in den folgenden zwei Jahrzehnten seltener an Alzheimer. Trainings, die sich rein auf Gedächtnis oder logisches Denken konzentrierten, zeigten nicht denselben starken Schutzeffekt. Der wissenschaftliche Konsens festigt sich: Gezieltes kognitives Training hat einen nachweislich schützenden Effekt auf die Gehirngesundheit.
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