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Zwei Jahre nach Fehlstart hebt europÀische Vega-C-Rakete ab

05.12.2024 - 22:35:05

Knapp zwei Jahre nach dem fehlgeschlagenen Start der europÀischen Vega C ist erstmals wieder eine Rakete des Typs abgehoben.

Die Rakete startete um etwa 22.20 Uhr deutscher Zeit vom europĂ€ischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana. FĂŒr die europĂ€ische Raumfahrtbehörde Esa ist der Start enorm wichtig, um kleinere Satelliten eigenstĂ€ndig ins All zu bringen und Europas Zugang zum All somit zu stĂ€rken.

Fehlstart 2022 war schwerer Schlag

Die Vega C ist eine Weiterentwicklung der Vega-Rakete, die von 2012 bis zu diesem Herbst leichte Satelliten ins All brachte. Laut Esa kann die neue Rakete etwa 800 Kilogramm mehr Last transportieren, also insgesamt mehr als zwei Tonnen Nutzlast ins All bringen. Außerdem ist sie demnach billiger und kann Satelliten auf Umlaufbahnen in unterschiedlichen Höhen bringen.

Europas Raumfahrt soll sie wettbewerbsfĂ€higer machen. Laut Esa-Chef Josef Aschbacher deckt die Vega C genau den Bereich ab, den die Esa fĂŒr sehr viele Missionen brauche. "Das ist wirklich ein Bedarf, den wir bisher nicht so erfĂŒllen konnten."

Eigentlich war die Vega C bereits vor mehr als zwei Jahren an den Start gegangen. Doch nach einem erfolgreichen Erstflug im Juli 2022 missglĂŒckte der erste kommerzielle Start im Dezember des gleichen Jahres. Die Rakete kam wenige Minuten nach ihrem Start wegen eines technischen Problems beim Triebwerk Zefiro-40 von ihrem Kurs ab. Daraufhin wurde das Flugobjekt zerstört und fiel ins Meer. Alle weiteren geplanten Starts bis jetzt wurden abgesagt.

Laut Untersuchungskommission hatte es an der Auskleidung des SchubdĂŒsenhalses in dem Triebwerk eine unerwartete Erosion gegeben. Grund dafĂŒr sei wahrscheinlich, dass das verwendete Material nicht homogen genug gewesen sei.

Knapp zwei Jahre Arbeit fĂŒr RaketenrĂŒckkehr

WĂ€hrend die Rakete ursprĂŒnglich schon 2023 wieder abheben sollte, analysierten und testeten die Esa und ihre Partner, allen voran der italienische Hauptauftragnehmer Avio, letztlich fast zwei Jahre, bis das Modell schließlich zurĂŒck auf die Startrampe kam. Avio gab zu, dass die DĂŒse aus ukrainischer Produktion vor dem Fehlstart nicht oft getestet worden war. Die neue DĂŒse kommt aus Frankreich.

Der rund zweijĂ€hrige Ausfall der Vega C war fĂŒr die Esa besonders misslich. Denn auch die Ariane 6, die grĂ¶ĂŸere Satelliten ins All bringen soll, stand wegen Verzögerungen erst in diesem Juli erstmals zur VerfĂŒgung. Der europĂ€ische TrĂ€gerraketensektor befand sich deswegen in einer Krise. Teils wich die Esa fĂŒr Satellitenstarts auf Falcon-9-Raketen des US-Unternehmens SpaceX von Elon Musk aus.

An Bord hat die Rakete den Satelliten Sentinel-1C des europÀischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Aschbacher sagte: "Wir sind wirklich sehr zuversichtlich, dass heute alles gut geht."

Eigentlich war der Abflug bereits am spĂ€ten Mittwochabend deutscher Zeit vorgesehen gewesen. Kurzfristig wurde er dann verschoben, weil das bewegliche Portal um die Rakete wegen eines technischen Problems nicht fĂŒr den Start entfernt werden konnte, wie es von Raketenbetreiber Arianespace hieß.

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