Arbeit, Deutschland

Warnstreik der Hafenarbeiter wird ausgeweitet

09.07.2024 - 23:10:17

Kurz vor der vierten Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Seehafenbetriebe erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck: Der Warnstreik der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter soll am Mittwoch ausgeweitet werden, teilte die Gewerkschaft mit.

Außer den BeschĂ€ftigten in Hamburg und Bremerhaven sollen auch deren Kollegen in Wilhelmshaven, Bremen und Emden die Arbeit niederlegen.

Schon seit dem frĂŒhen Dienstagmorgen sind zahlreiche Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter in Hamburg und Bremerhaven im zweitĂ€gigen Warnstreik. In Bremerhaven beteiligten sich nach Angaben einer Sprecherin rund 800 Personen. In Hamburg war die Teilnehmerzahl zunĂ€chst unklar, ein Sprecher sprach aber von einer hohen Beteiligung.

Die BeschĂ€ftigten in Hamburg rief Verdi auf, am Mittwoch im Warnstreik zu bleiben oder die Arbeit neu niederzulegen - und nicht vor dem Ende der Nachtschicht wieder aufzunehmen. Um 10.00 Uhr sei eine Kundgebung vor dem Sitz des Zentralverbands Deutscher SeehĂ€fen ZDS geplant. Im Anschluss soll ein Demonstrationszug an der Zentrale des Hafenlogistikers HHLA DE000A0S8488 vorbei bis zum Gewerkschaftshaus fĂŒhren, wo gegen Mittag eine Abschlusskundgebung organisiert sei.

In Emden soll der Warnstreik am frĂŒhen Mittwoch beginnen und nach der zweiten Schicht gegen 22.00 Uhr enden, wie die Gewerkschaft mitteilte. In Bremen sollen BeschĂ€ftigte die Arbeit wĂ€hrend der ersten Schicht niederlegen (6.00 bis 14.00 Uhr), in Wilhelmshaven den ganzen Mittwoch ĂŒber bis zum Ende der ersten Schicht am Donnerstag (14.00 Uhr).

Verdi verlangt fĂŒr die BeschĂ€ftigten bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten unter anderem eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro rĂŒckwirkend zum 1. Juni sowie eine entsprechende Anhebung der SchichtzuschlĂ€ge. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe bot zuletzt zum 1. Juni eine Lohnerhöhung um 2,9 Prozent, mindestens aber 80 Cent mehr pro Stunde an. Die SchichtzuschlĂ€ge sollen demnach um 33 Cent bis 3,50 Euro steigen.

Der ZDS forderte die Gewerkschaft auf, bei der AusĂŒbung des Streikrechts Maß und Mitte zu wahren. "Im Lichte der bisherigen konstruktiven Verhandlungsrunden und des vorgelegten fairen Angebotes gibt es aus Sicht des ZDS aktuell keine Veranlassung fĂŒr Warnstreiks, die die ZuverlĂ€ssigkeit der deutschen SeehĂ€fen beeintrĂ€chtigen."

Die vierte Verhandlungsrunde ist fĂŒr Donnerstag und Freitag in Bremen terminiert. Zum Auftakt der Verhandlungen sei eine Kundgebung geplant, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Schon Mitte Juni hatte es Warnstreiks in mehreren norddeutschen HĂ€fen gegeben, unter anderem in Hamburg, Bremerhaven, Brake und Emden.

@ dpa.de | DE000A0S8488 ARBEIT

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