Bauernproteste, Autobahnen

Bauernproteste an Autobahnen gegen EU-Handelsabkommen

08.01.2026 - 11:05:28 | dpa.de

Landwirte protestieren in mehreren BundeslĂ€ndern an Autobahn-Anschlussstellen gegen das geplante Freihandelsabkommen der EU mit dem sĂŒdamerikanischen Mercosur-Verbund.

Sie befĂŒrchten unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Konkurrenz durch gĂŒnstige Importe aus SĂŒdamerika.

Auch in Frankreich gibt es erneut Proteste gegen das geplante EU-Handelsabkommen. Bauern blockierten Zufahrtsstraßen nach Paris. In der französischen Hauptstadt wurden am Morgen etwa 20 Traktoren gezĂ€hlt, weitere vor den Toren der Stadt. Es gab zunĂ€chst Verkehrsbehinderungen.

Abkommen sollte bereits im Dezember unterzeichnet werden

Das umstrittene Abkommen sollte bereits im Dezember unterzeichnet werden, war aber auf französischen Druck hin aufgeschoben worden. Hintergrund waren starke Bauernproteste in Frankreich. FĂŒr Freitag ist eine EU-Abstimmung ĂŒber die Unterzeichnung des Abkommens geplant.

Frankreich ist schon lĂ€nger gegen das Handelsabkommen. Die EU-Kommission hatte zuletzt ZugestĂ€ndnisse vorgeschlagen. LĂ€nder wie Deutschland und Spanien unterstĂŒtzen das Abkommen. Sollte auch Italien zustimmen, könnte die Vereinbarung ohne Frankreich verabschiedet werden.

Italiens Landwirtschaftsminister Lollobrigida zuversichtlich

Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida zeigte sich angesichts der Verhandlungen zum Mercosur-Abkommen zuversichtlich. "Es fehlt noch die letzte Meile", sagte er der italienischen Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore". Allerdings bestehe noch KlĂ€rungsbedarf bei den Schutzklauseln fĂŒr Agrarprodukte. "Eine Einigung ĂŒber die Schutzklauseln fehlt noch."

Im Fall eines schĂ€dlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines ĂŒbermĂ€ĂŸigen Preisverfalls fĂŒr die EU-Erzeuger sollen mit diesen Schutzklausen rasch Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden können. Bisher ist eine Schwelle von acht Prozent vorgesehen, bei der eine Untersuchung eingeleitet wird. "Wir wollen, dass diese Schwelle von acht Prozent auf fĂŒnf Prozent gesenkt wird", sagte Lollobrigida. "Und wir glauben, dass die Voraussetzungen bestehen, auch dieses Ergebnis zu erreichen."

Zu Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Bolivien ist seit einiger Zeit auch Mercosur-Mitglied, wird vorerst aber nicht beim Abkommen dabei sein.

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