Lithium, Gedächtnisverlust

Lithium bremst Gedächtnisverlust bei früher Demenz

20.03.2026 - 00:00:34 | boerse-global.de

Eine klinische Studie zeigt, dass niedrig dosiertes Lithium den Abbau des verbalen Gedächtnisses bei leichten kognitiven Einschränkungen signifikant verlangsamen kann.

Lithium bremst Gedächtnisverlust bei früher Demenz - Foto: über boerse-global.de
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Eine neue Studie zeigt: Niedrig dosiertes Lithium kann den Abbau des verbalen Gedächtnisses bei älteren Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen verlangsamen. Das berichten Forscher der University of Pittsburgh im Fachjournal JAMA Neurology. Die Substanz, ein etabliertes Medikament in der Psychiatrie, könnte so zu einem neuen Werkzeug im Kampf gegen Demenzerkrankungen wie Alzheimer werden.

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Deutlicher Effekt auf das verbale Gedächtnis

In der zweijährigen LATTICE-Studie erhielten 80 Teilnehmer mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) täglich entweder eine niedrige Dosis Lithium oder ein Placebo. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Während sich das verbale Gedächtnis in der Placebo-Gruppe deutlich verschlechterte, war der Abbau in der Lithium-Gruppe nur etwa halb so stark.

Besonders ausgeprägt war dieser schützende Effekt bei Probanden, in deren Gehirn bereits Beta-Amyloid-Proteine nachgewiesen wurden. Diese Eiweißablagerungen sind ein Hauptmerkmal der Alzheimer-Krankheit. Die Forscher werten dies als starkes biologisches Signal. Allerdings schrumpfte der für das Gedächtnis zentrale Hippocampus in beiden Gruppen gleichermaßen.

Niedrige Dosis, gute Verträglichkeit

Lithium ist für seine potenziellen Nebenwirkungen auf Nieren und Schilddrüse bekannt. Die aktuelle Studie setzte jedoch auf sehr niedrige Dosen zwischen 150 und 300 Milligramm täglich – und diese erwiesen sich als sicher und gut verträglich.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in beiden Studiengruppen ähnlich häufig auf. Leichtere Nebenwirkungen wie leicht erhöhte Nierenwerte, Müdigkeit oder Tremor waren bei den Lithium-Probanden etwas häufiger. Die Studienleiter betonen: Lithium ist kein Heilmittel, sondern könnte den weiteren geistigen Abbau verlangsamen.

Warum schützt ein altes Psychopharmakon das Gehirn?

Die Antwort lieferte eine bahnbrechende Grundlagenstudie aus dem Jahr 2025. Ein Harvard-Forschungsteam entdeckte, dass Lithium natürlicherweise als Spurenelement im Gehirn vorkommt und dort Nervenzellen schützt. Bei Alzheimer binden die typischen Amyloid-Plaques das Lithium jedoch und entziehen es dem Gewebe – ein fataler Mangel entsteht.

Interessanterweise könnten nicht alle Lithium-Verbindungen gleich wirken. In Tiermodellen zeigte Lithiumorotat eine bessere Wirkung als das in der Studie verwendete Lithiumcarbonat. Es wurde von den Plaques weniger stark gebunden. Die Suche nach der optimalen chemischen Form ist also noch im Gange.

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Experten warnen vor voreiligen Schlüssen

Trotz der ermutigenden Daten mahnen Neurologen zur Vorsicht. Es handle sich um eine Pilotstudie, die vor allem die Machbarkeit belege. Eine routinemäßige Verschreibung von Lithium zur Demenzprävention sei derzeit nicht gerechtfertigt.

Medikamente sind zudem nur ein Baustein. Lebensstilfaktoren wie Bewegung, gesunde Ernährung und kognitives Training bleiben die verlässlichste Strategie für ein gesundes Gehirn. Lithium könnte in Zukunft ein zusätzlicher Pfeiler in einem ganzheitlichen Präventionskonzept werden.

Der lange Weg zur Zulassung

Die aktuellen Ergebnisse sind erst der Anfang. Sie liefern die Grundlage für größere, mehrjährige Phase-III-Studien. Diese müssen mit deutlich mehr Teilnehmern die neuroprotektive Wirkung zweifelsfrei belegen.

Zentrale Fragen bleiben: Welche Lithium-Verbindung ist optimal? Profitieren bestimmte Patientengruppen, etwa mit frühen Amyloid-Nachweisen, besonders? Sollten sich die Signale in den kommenden Jahren bestätigen, könnte Lithium seinen Status ändern – vom Psychopharmakon zum kostengünstigen Präventionsmittel im globalen Kampf gegen Alzheimer.

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