LogiMAT, Exoskelette

LogiMAT 2026: Exoskelette werden zum Standard in der Industrie

25.03.2026 - 00:00:40 | boerse-global.de

Intelligente Exoskelette mit KI werden auf der LogiMAT als Antwort auf Fachkräftemangel präsentiert. Neue DGUV-Richtlinien ebnen den Weg für den Praxiseinsatz im boomenden Milliardenmarkt.

LogiMAT 2026: Exoskelette werden zum Standard in der Industrie - Foto: über boerse-global.de
LogiMAT 2026: Exoskelette werden zum Standard in der Industrie - Foto: über boerse-global.de

Die Zukunft der Industriearbeit wird auf der LogiMAT in Stuttgart neu geschrieben. Der Fokus liegt auf „Physical AI“ – der Verschmelzung von tragbarer Robotik und künstlicher Intelligenz. Diese Systeme sind keine Spielerei mehr, sondern werden zur essenziellen Antwort auf Fachkräftemangel und körperliche Belastungen.

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Vom passiven Hilfsmittel zum aktiven KI-Partner

Die Messe zeigt einen klaren Trend: Weg von einfachen Stützgestellen, hin zu intelligenten, datengesteuerten Assistenten. Das Start-up WearHealth präsentiert einen KI-Ergonomie-Coach. Dieser leichte Exoskeleton-Anzug analysiert Bewegungen in Echtzeit, erkennt riskante Haltungen und gibt sofort haptisches Feedback. Er stützt nicht nur, sondern schult den Träger aktiv.

Ein weiterer Hoffnungsträger ist das Augsburger Unternehmen German Bionic. Nach der Übernahme durch Archimedes Partners im März 2026 stellt es sein Flaggschiff „Exia“ mit speziell für Frauen entwickelten Westen vor. Diese Anpassung schließt eine wichtige Marktlücke, denn bisherige Modelle waren oft nicht optimal auf weibliche Körperformen in Pflege oder Logistik abgestimmt.

Neue Regeln: DGUV ebnet den Weg für den Praxiseinsatz

Die Technologie reift – und der Gesetzgeber zieht nach. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat ihre Richtlinien aktualisiert. Das zentrale Dokument ist die neue DGUV Information 208-062 „Mensch und Arbeitsplatz – Auswahl und Einsatz von Exoskeletten“.

Es schreibt vor: Bevor ein Exoskeleton eingeführt wird, muss eine gründliche Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz stehen. Technische und organisatorische Lösungen – wie Hebehilfen oder Job-Rotation – haben Vorrang. Exoskelette gelten als „personenbezogene Maßnahme“ der letzten Stufe.

Ein wichtiger Schritt für den Mittelstand: Seit Januar 2026 erleichtert die DGUV Vorschrift 2 kleinen Betrieben mit bis zu 20 Mitarbeitern den Zugang zum „Kompetenzzentrenmodell“. So sollen auch KMU bei der Einführung der komplexen Technologie unterstützt werden.

Markt im Boom: Milliardenmarkt mit Hindernissen für KMU

Der Markt für gewerbliche Exoskelette explodiert. Analysten beziffern das globale Volumen 2026 auf rund 3,52 Milliarden US-Dollar. Bis 2034 soll es auf über 64 Milliarden anwachsen – eine jährliche Wachstumsrate von über 43%.

Die Übernahme von German Bionic ist ein strategischer Schachzug, um KI-gestützte Plattformen international zu skalieren. Das Kapital soll den Weg von Pilotprojekten bei BMW und Audi in den breiten Mittelstand ebnen.

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Doch genau dort hapert es noch. Eine Studie des EU-Projekts EXSKALLERATE zeigt: Viele kleine deutsche Unternehmen scheuen die hohen Anfangsinvestitionen und die komplexe Anpassung an verschiedene Tätigkeiten. Die Akzeptanz der Mitarbeiter ist dabei genauso entscheidend wie die Technik.

Langfristiger Gesundheitsschutz im Fokus

Der Haupttreiber bleibt der Kampf gegen muskuloskelettale Erkrankungen (MSD), die für über 25 Prozent aller Krankheitstage in Deutschland verantwortlich sind. Studien wie NekSpine belegen: Selbst passive Systeme können die Muskelbelastung bei vorgebeugten Haltungen deutlich reduzieren – etwa in der Montage oder Zahnmedizin.

Ziel ist es, das „biologische Alter“ der Belegschaft zu senken, damit erfahrene Mitarbeiter länger gesund arbeiten können. Doch Experten warnen: Exoskelette sind kein Allheilmittel. Eine falsche Anwendung kann neue Risiken schaffen. Daher setzt die Industrie 2026 auf „smarte“ Systeme, die Fehlgebrauch erkennen und ihre Unterstützung dynamisch anpassen.

Ausblick: Normalität auf dem Shopfloor

Der Konsens auf der LogiMAT ist klar: Die Hype-Phase ist vorbei, jetzt beginnt die praktische Normalisierung. „Physical AI“ wird zum Standard für neue Wearables.

Bis 2027 erwarten Branchenkenner weiter miniaturisierte Komponenten und „Hybrid“-Systeme, die die Einfachheit passiver Gestelle mit der Kraft aktiver Motoren verbinden. Das Ziel: Geräte, die so unauffällig wie Arbeitskleidung sind, aber die Stärke von Maschinen verleihen.

Mit staatlicher Förderung und klaren Regeln könnten Exoskelette schon bald zur standardmäßigen Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) in deutschen Fabrikhallen und Lagern werden. Die nächsten Herausforderungen: Datenschutz für KI-Wearables und die Senkung der Kosten pro Arbeitsplatz, um jede Fachkraft zu erreichen.

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