M&A, Deutschland

M&A in Deutschland: Neue Regeln fordern schärfere Prüfung

26.03.2026 - 04:09:19 | boerse-global.de

Die Due Diligence bei Unternehmenskäufen wird durch EU-Vorgaben zu Gehaltstransparenz, KI und Lieferketten deutlich komplexer, trotz einer erwarteten Belebung des Transaktionsmarktes.

M&A in Deutschland: Neue Regeln fordern schärfere Prüfung - Foto: über boerse-global.de
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Deutsche Übernahmeprüfungen werden komplexer. Eine Flut neuer Gesetze zu Gehaltstransparenz, Lieferketten und KI zwingt Käufer zu umfassenderen Risikoanalysen. Gleichzeitig kündigt sich eine Belebung des Marktes an.

EU-Pläne und Gehaltsgesetz verschärfen HR-Prüfung

Zwei regulatorische Großbaustellen dominieren die Diskussion. Zum einen sorgt der EU-Vorschlag für eine einheitliche europäische Gesellschaftsform, „EU Inc.“, für Kontroversen. Die Gewerkschaft ver.di warnt vor einem „Einfallstor für die Schwächung von Arbeitnehmerrechten“. Für Käufer bedeutet das: Sie müssen bei Zielunternehmen, die dieses Modell nutzen wollen, die Arbeitsbeziehungen, Tarifverträge und Sozialstandards besonders genau unter die Lupe nehmen. Könnte das neue Regime nationale Schutzvorkehrungen aushebeln?

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Zum anderen steht die Umsetzung der EU-Gehalttransparenzrichtlinie an. Bis Juni 2026 muss Deutschland sie in nationales Recht gießen. Die geplanten Änderungen sind weitreichend: Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern müssen künftig detailliert über geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede berichten – inklusive Boni und Benefits. In Stellenausschreibungen werden Gehaltsspannen Pflicht, Nachfragen nach bisherigen Gehältern sind tabu. Für die Due Diligence wird die Prüfung von Vergütungsstrukturen und potenziellen Altlasten bei Entgeltungleichheit damit noch kritischer.

Markt erholt sich 2026 – doch Vorsicht bleibt

Trotz der regulatorischen Hürden blicken viele Akteure vorsichtig optimistisch auf das laufende Jahr. Laut dem „M&A Outlook 2026“ von KPMG rechnen Käufer mit 13 Prozent mehr Deals, Verkäufer sogar mit 30 Prozent mehr Transaktionen. Ein Stau aufgeschobener Projekte aus 2025 und stabilere Rahmenbedingungen nähren die Hoffnung auf eine Erholung.

Doch der Aufschwung verläuft ungleichmäßig. PwC-Experte Erik Hummitzsch spricht von einem „K-förmigen Markt“. Während finanzstarke, technologiegetriebene Konzerne zuschlagen, halten sich kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) zurück. Gerade bei KMU variiert die Qualität der Finanzberichterstattung oft stark, was Due-Diligence-Prüfungen aufwendiger und teurer macht. Zudem bremsen geopolitische Risiken und die komplexe Integration von KI-Systemen die Transaktionslust. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet KI-gestützte Analysetools werden selbst immer häufiger eingesetzt, um in der Due Diligence große Datenmengen zu bewältigen.

Lieferkette und Cybersicherheit im Fokus

Die Prüfpflichten enden nicht beim eigenen Betrieb. Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verlangt seit 2023/24 von größeren Unternehmen due-diligence-Prozesse für Menschenrechte und Umweltrisiken in der Lieferkette. Zwar soll der bürokratische Berichtsaufwand reduziert werden, die Kernpflichten bleiben. Die geplante EU-Richtlinie CSDDD wird diese Pflichten voraussichtlich noch ausweiten.

Parallel steigen die Anforderungen an die digitale Sicherheit. Die NIS-2-Richtlinie ist seit Dezember 2025 deutsches Recht und verpflichtet mehr Unternehmen zu strengerem Cyber-Risikomanagement. Eine robuste IT-Due-Diligence, die die Cybersicherheit des Zielunternehmens prüft, ist damit unverzichtbar. Spätestens ab August 2026 kommt mit der EU-KI-Verordnung eine weitere Ebene hinzu, die Transparenz bei KI-generierten Inhalten vorschreibt.

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Die Botschaft ist klar: Wer 2026 in Deutschland ein Unternehmen kaufen will, muss über die finanzielle und rechtliche Prüfung hinausblicken. Eine ganzheitliche Risikobewertung, die Personal, Compliance und IT gleichermaßen umfasst, wird zum Schlüssel für nachhaltige Übernahmeerfolge.

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