Marterbauer warnt vor schneller Inflation-Bekämpfung
27.01.2026 - 20:58:12Die Inflation bleibt trotz sinkender Prognosen das beherrschende Thema in Österreich. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) dämpft die Hoffnung auf schnelle Entlastung für die Bürger. Stattdessen betont er die anhaltende Gefahr durch hohe Preise, vor allem im Dienstleistungssektor.
Die Regierung hat zwar neue Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Kaufkraft zu stärken. Doch die aktuelle Inflationsrate liegt noch deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank. Für Marterbauer ist klar: Der Kampf gegen die Teuerung ist ein Marathon.
Geplante Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel
Als direkte Antwort auf hohe Lebensmittelpreise arbeitet das Finanzministerium an einem konkreten Entlastungspaket. Der Kern: eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ab Juli.
- Für diese Maßnahme sind 400 Millionen Euro budgetiert.
- Ziel ist eine spürbare Entlastung einkommensschwacher Haushalte.
- Welche Produkte genau betroffen sind, wird derzeit ausgearbeitet.
Parallel dazu hat der Nationalrat steuerliche Erleichterungen für Arbeitnehmer beschlossen. Zuschläge für bis zu 15 Überstunden monatlich werden nun steuerfrei gestellt. Auch Feiertagsarbeit wird steuerlich begünstigt. Diese Schritte sollen die Kaufkraft direkt stärken – ohne die Lohn-Preis-Spirale weiter anzuheizen.
Passend zum Thema steuerliche Entlastungen für Beschäftigte: Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind unsicher, wann Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge wirklich lohnsteuerfrei sind und wie Fehler bei der Berechnung vermieden werden. Das kostenlose E‑Book liefert praxisnahe Checklisten, Rechenbeispiele und rechtliche Hinweise, damit Sie Zuschläge korrekt abrechnen und teure Fehler vermeiden. Besonders nützlich für Personalverantwortliche und kleine Betriebe. Jetzt kostenlosen Feiertagszuschlag-Check herunterladen
Der schmale Grat zwischen Sparen und Investieren
Finanzminister Marterbauer navigiert einen schmalen Grat. Einerseits warnt er vor überzogenen Wünschen der Wirtschaft, wie einer pauschalen Senkung der Körperschaftssteuer. Solche Forderungen stünden im Widerspruch zur notwendigen Budgetsanierung.
Andererseits zeigt er sich offen für gezielte Hilfen. So stellt er eine Verlängerung der Subventionen für den Industriestrompreis in den Raum, um heimische Betriebe wettbewerbsfähig zu halten. „Es gibt keinen einfachen Knopf, um die Inflation zu stoppen und gleichzeitig die Konjunktur anzukurbeln“, macht Marterbauer deutlich.
Die hartnäckige Gefahr: Dienstleistungs-Inflation
Während die Energiepreise sich beruhigen, wird eine neue Hauptursache für die hohe Inflation identifiziert: der Dienstleistungssektor. Analysen der Nationalbank zeigen, dass Preise in Bereichen wie Gastronomie, Mieten und Versicherungen hartnäckig hoch bleiben.
Diese „hausgemachte“ Inflation ist durch die Geldpolitik der EZB allein schwer zu bekämpfen. Die Regierung hat bereits mit einem Mietpreisdeckel regulierend eingegriffen. Experten warnen jedoch: Lohnsteigerungen und die Weitergabe von Kosten könnten die Teuerung auch 2026 auf hohem Niveau halten.
Gezielte Hilfe statt Gießkanne
Die aktuelle Strategie markiert eine Wende. Wurden frühere Hilfspakete oft als wenig zielgenau kritisiert, setzen die neuen Pläne auf spezifische Entlastung – etwa bei Grundnahrungsmitteln. Damit reagiert die Politik auf eine klare Erkenntnis: Geringverdiener sind von Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Wohnen überproportional betroffen.
Die Diskussion um stärkere staatliche Markteingriffe, die Marterbauer in der Vergangenheit angestoßen hatte, schwelt im Hintergrund weiter. Dieser pragmatische Ansatz steht im Kontrast zu Forderungen nach breiten Steuersenkungen für Unternehmen.
Wann kommt die Entspannung an?
Führende Wirtschaftsinstitute wie WIFO und IHS prognostizieren für 2026 eine Beruhigung der Inflationsrate auf etwa 2,4 Prozent. Das wäre eine deutliche Annäherung an das EZB-Ziel. Diese Prognose hängt jedoch stark von Energiepreisen und Lohnabschlüssen ab.
Die geplante Mehrwertsteuersenkung im Juli soll die Verbraucherpreise in der zweiten Jahreshälfte dämpfen. Für die Bürger bleibt die Hoffnung, dass die prognostizierte Entspannung tatsächlich in der Geldbörse ankommt. Die kritische Haltung des Finanzministers legt jedoch nahe: Der Weg dorthin bleibt steinig.
PS: Steigende Mieten und politische Eingriffe wie Mietpreisdeckel sorgen für Unsicherheit bei Vermietern und Mietern. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert Vergleichsmieten, rechtssichere Begründungshilfen für Mieterhöhungen und kompakte Tabellen, mit denen Sie schnell prüfen können, was 2025 zulässig ist. Nützlich für Vermieter, die ihre Entscheidungen auf belastbare Daten stützen möchten. Kostenlosen Mietspiegel-Report 2025 anfordern


