Durch E-Rezept: Kunden kaufen mehr Medikamente im Netz
04.04.2025 - 11:08:35Wie der E-Commerce-Verband BEHV mitteilte, verzeichnen die Online-Apotheken einen starken Zulauf. In den ersten drei Monaten des Jahres steigerten sie ihre UmsĂ€tze mit Medikamenten auf 423,1 Millionen Euro. Das waren 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits in den beiden vorherigen Quartalen hatten die Online-Apotheken groĂe ZuwĂ€chse erzielt.
Hauptgrund dafĂŒr ist dem Verband zufolge das im vergangenen Jahr eingefĂŒhrte E-Rezept. "Patienten gewöhnen sich daran, dass Arztbesuche digitaler werden. Terminbuchungen und Sprechstunden finden online statt", sagte BEHV-Sprecher Frank DĂŒssler. Die hohen Erwartungen an das E-Rezept gingen auf. "Mit Blick auf das Apotheken-Sterben auf dem Land werden Online-Apotheken immer wichtiger, um den Menschen einen gleichwertigen Zugang zu Medikamenten zu garantieren".
Seit der EinfĂŒhrung des E-Rezepts am 1. Januar 2024 gelten neue Regeln in Arztpraxen. VertragsĂ€rztinnen und -Ă€rzte mĂŒssen fĂŒr verschreibungspflichtige Arzneimittel Rezepte elektronisch ausstellen statt auf Papier. Was Patientinnen und Patienten daraus machen, entscheiden sie selbst. Sie können die Rezepte nach dem Arztbesuch in der nĂ€chstgelegenen Apotheke einlösen oder per Smartphone in Apps oder auf Webseiten von Online-Apotheken.
Zu den bekanntesten Online-Apotheken zĂ€hlen DocMorris CH0042615283 und Medpex. Viele Anbieter profitieren von den elektronischen Rezepten. Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy NL0012044747 (frĂŒher Shop Apotheke) steigerte ihre UmsĂ€tze im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben um 32 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Die Erlöse mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland zogen ĂŒber das Jahr gesehen um 69 Prozent an.
WÀhrend die Branche im Internet wÀchst, schrumpft die Zahl der klassischen Apotheken hierzulande weiter. Sie liegt derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 1978. Zum Jahresende 2024 gab es der Apothekervereinigung ABDA zufolge 17.041 Apotheken - 530 weniger als ein Jahr zuvor.
Insgesamt konnte sich der Onlinehandel laut BEVH zuletzt weiter erholen. Die UmsÀtze mit dem Online-Verkauf von Waren stiegen im ersten Quartal auf 19,7 Milliarden Euro. Das sind nominal, also nicht inflationsbereinigt, 3,2 Prozent mehr gewesen als im Vorjahresquartal. Der E-Commerce sei damit erstmals seit Mitte 2022 wieder stÀrker gewachsen als die Inflation, hieà es.

