Proteste, Elite-UniversitÀt

Neue Proteste an iranischer Elite-UniversitÀt

21.02.2026 - 12:36:07 | dpa.de

Mit Beginn des neuen Semesters im Iran sind an einer renommierten UniversitÀt neue Proteste gegen das autoritÀre Herrschaftssystem ausgebrochen.

An der Scharif-UniversitĂ€t fĂŒr Technologie in der Hauptstadt Teheran riefen Studierende Protestslogans, wie Aktivisten in den sozialen Medien berichteten. Dabei kam es auch zu ZusammenstĂ¶ĂŸen mit den paramilitĂ€rischen Basidsch-Einheiten, wie es in dem Bericht des studentischen Newsletters "Amirkabir" hieß.

Augenzeugen in Teheran bestĂ€tigten die neuen Proteste an der Scharif-UniversitĂ€t, die als Elite-Hochschule gilt. Bereits bei frĂŒheren Protestwellen, etwa wĂ€hrend der "Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung, war es dort zu grĂ¶ĂŸeren Demonstrationen gekommen.

Auf Videos des bekannten "Amirkabir"-Kanals, der im vergangenen Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, waren Menschenmassen auf dem Campus zu sehen. "Lang lebe der Schah", war auf einem Video zu hören - eine Anspielung auf Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestĂŒrzten Schahs, der inzwischen im Ausland zu einer der bekanntesten Oppositionsfiguren aufgestiegen ist.

Neues Semester beginnt mit Verzögerung

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr beginnt heute mit gut einem Monat Verzögerung an zahlreichen UniversitĂ€ten Irans das neue Semester. Die Hochschulen hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste Anfang Januar zunĂ€chst eingestellt. Nachdem die Behörden den weltweiten Internetzugang im Land fĂŒr gut drei Wochen abgeschaltet hatten, nahmen einige UniversitĂ€ten kĂŒrzlich den Lehrbetrieb mit Online-Veranstaltungen wieder auf.

Irans Sicherheitsapparat hatte die jĂŒngsten Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 StaatskrĂ€fte. Die jĂŒngsten Demonstrationen, ausgelöst zunĂ€chst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.

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