Much, Serien-Brandstifter

Much: Serien-Brandstifter zĂŒndet in unwegsamem GelĂ€nde

21.04.2026 - 15:23:19 | boerse-global.de

Eine Serie mutmaßlich gelegter WaldbrĂ€nde stellt die Feuerwehr in Much vor große logistische Herausforderungen, da der TĂ€ter gezielt schwer zugĂ€ngliche Gebiete auswĂ€hlt.

Much: Serien-Brandstifter zĂŒndet in unwegsamem GelĂ€nde - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Much: Serien-Brandstifter zĂŒndet in unwegsamem GelĂ€nde - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Ein TÀter nutzt gezielt schwer zugÀngliches GelÀnde aus und stellt die Freiwillige Feuerwehr vor enorme Herausforderungen.

Chronologie einer beunruhigenden Serie

Seit Anfang April hĂ€ufen sich die Feuer in den WĂ€ldern um Much. Den Auftakt machte ein Vegetationsbrand am Ostersonntag, dem 5. April, bei Oberdorf. Nur vier Tage spĂ€ter, am Abend des 9. April, brannte bereits ein etwa 20 Quadratmeter großes WaldstĂŒck an der Wahnbachtalstraße nahe Roßbruch.

Die IntensitĂ€t nahm Mitte des Monats zu. In der MorgendĂ€mmerung des 15. April meldeten mehrere Zeugen Rauch bei Tillinghausen. Die Feuerwehr löschte dort brennendes Totholz auf 20 bis 30 Quadratmetern. Der bisher gravierendste Vorfall ereignete sich in der Nacht auf gestern, Montag, den 20. April, gegen 3:35 Uhr. Bei einem erneuten Feuer bei Tillinghausen wurde der mutmaßliche Brandstifter von einem Zeugen beobachtet.

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„Bei der anschließenden Fahndung setzte die Polizei NachtsichtgerĂ€te ein“, berichtet Patrick Mathe, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Much. Die Suche gestaltete sich jedoch schwierig. Das Feuer war in einem Bachbett gelegen, das fĂŒr normale Einsatzfahrzeuge unerreichbar war.

TÀter Àndert seine Taktik

Ein alarmierender Trend zeichnet sich ab: Im Vergleich zu vergangenen Jahren verlegt der oder die TĂ€ter die Brandorte immer tiefer in den Wald. „FrĂŒhere Feuer lagen meist in StraßennĂ€he“, so Mathe. Jetzt sucht sich der Brandstifter gezielt unwegsames GelĂ€nde aus.

Diese Taktik stellt die EinsatzkrĂ€fte vor immense logistische Probleme. Da Löschfahrzeuge nicht bis zur Brandstelle vordringen können, mĂŒssen die Feuerwehrleute auf SpezialausrĂŒstung zurĂŒckgreifen. LöschrucksĂ€cke werden an den Fahrzeugen befĂŒllt und dann zu Fuß zur Brandfront getragen. Mit Rechen und Schaufeln legen die Helfer Schneisen, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Der Weg in die Tiefen des Waldes kostet wertvolle Zeit und Kraft. Der Sprecher betont: Die aktuelle Strategie des TĂ€ters nutze die natĂŒrlichen Barrieren der Landschaft gezielt aus, um Entdeckung und Löschung zu erschweren.

Historische VorfĂ€lle und ĂŒberregionale Gefahr

Die Vermutung der vorsĂ€tzlichen Brandstiftung wird durch Spuren an den Tatorten gestĂŒtzt. Bei einem Feuer am 6. April 2025 nahe der Bundesstraße 56 fanden Ermittler angezĂŒndete BaumstĂŒmpfe und aufgeschichtete Holzstapel – ein klarer Hinweis auf Absicht.

Das Problem ist nicht auf Much beschrĂ€nkt. Im April 2024 brannte in Much-Hohn eine 1.000 Quadratmeter große FlĂ€che, wobei Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden konnte. In Neunkirchen-Seelscheid gab es Ende 2023 und Anfang 2024 sogar eine Serie von ĂŒber 15 BrĂ€nden.

Die Gefahr ist bundesweit real: Laut Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft gehen rund 96 Prozent aller WaldbrĂ€nde in Deutschland auf menschliches Handeln zurĂŒck. Bei ĂŒber 20 Prozent der aufgeklĂ€rten FĂ€lle handelt es sich um vorsĂ€tzliche Brandstiftung.

PrÀvention in Zeiten scheinbar geringer Gefahr

Aktuell stuft der offizielle Waldbrandgefahrenindex die Region Much aufgrund der FrĂŒhjahrsfeuchtigkeit als gering gefĂ€hrdet ein. Doch dieser Zustand kann sich schnell Ă€ndern. „Bereits eine kleine ZĂŒndquelle kann dann zu einem Großbrand fĂŒhren“, warnt Kreisbrandmeister Stefan Gandelau mit Blick auf trockene Phasen.

WĂ€hrend BundeslĂ€nder wie Brandenburg auf automatische Raucherkennung und KĂŒnstliche Intelligenz zur WaldĂŒberwachung setzen, setzt der Rhein-Sieg-Kreis derzeit auf Wachsamkeit. Die Polizei in Siegburg und Eitorf appelliert an die Bevölkerung, verdĂ€chtige Beobachtungen in den WĂ€ldern um Tillinghausen, Gibbinghausen und Roßbruch sofort zu melden. Jeder Hinweis zur gestrigen Tat könnte entscheidend sein.

Mit fortschreitendem FrĂŒhjahr und steigenden Temperaturen bleibt die Feuerwehr Much in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um eine mögliche Katastrophe zu verhindern. Der effektivste Schutz bleibt die frĂŒhe Entdeckung – eine Aufgabe, die im unwegsamen GelĂ€nde entscheidend auf die Mithilfe der BĂŒrger angewiesen ist.

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