München, Wohnungsbau

München setzt bei Wohnungsbau auf strenge Öko-Kriterien

11.02.2026 - 00:31:12

München vergibt städtisches Bauland nicht mehr an den Höchstbietenden, sondern an das nachhaltigste Konzept. Ein neuer Kriterienkatalog schreibt strenge ökologische Standards für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden vor.

München verschärft die ökologischen Regeln für den Wohnungsbau auf städtischem Grund. Der aktualisierte Kriterienkatalog soll die Stadt bis 2035 klimaneutral machen. Statt an den Höchstbietenden vergibt die Kommune Bauland nun an das nachhaltigste Konzept.

Was der neue Katalog vorschreibt

Das zentrale Steuerungsinstrument ist der „Ökologische Kriterienkatalog“. Er legt für alle Bauprojekte auf städtischen Flächen verbindliche Vorgaben fest. Diese betreffen den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

Ein Kernpunkt ist die kompakte Bauweise, um den Energieverbrauch zu senken. Zudem gelten strenge Regeln für den Wärmeschutz, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz vor sommerlicher Überhitzung, um Klimaanlagen überflüssig zu machen.

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  • Baustoffe: Die Verwendung von umweltschonenden und recycelbaren Materialien ist Pflicht. Toxische Schwermetalle oder großflächiges PVC sind tabu.
  • Haustechnik: Die Wärmeversorgung muss sich an der kommunalen Wärmeplanung orientieren und klimaneutral sein.
  • Konsequenzen: Bei Verstößen gegen diese Auflagen drohen den Bauträgern empfindliche Vertragsstrafen.

Konzept schlägt Preis: So vergibt München Grundstücke

Der entscheidende Hebel für die grüne Wende ist das Münchner Verfahren der Konzeptvergabe. Städtische Grundstücke gehen nicht an den Meistbietenden, sondern an das überzeugendste Nachhaltigkeitskonzept. Der Grundstückspreis ist festgesetzt und spielt im Wettbewerb keine Rolle.

Ein Großteil der Flächen ist für Miet- und Genossenschaftswohnungen reserviert. In großen Neubaugebieten sind sogar 20 bis 40 Prozent explizit für Genossenschaften und gemeinschaftliche Wohnprojekte vorgesehen. Diese gelten oft als Vorreiter im ökologischen Bauen und stärken den sozialen Zusammenhalt.

Höhere Kosten – langfristiger Nutzen?

Für Bauträger bedeuten die verschärften Kriterien eine Umstellung. Die Anforderungen an Planung und Materialwahl steigen, was zunächst zu höheren Investitionen führen kann.

Die Stadt versucht, diesen Mehraufwand abzufedern. Bei Pilotprojekten wie der „Ökologischen Mustersiedlung“ im Prinz-Eugen-Park gab es spezielle Förderprogramme, etwa für den Holzbau. Langfristig sollen sich die Mehrkosten durch geringere Betriebs- und Energiekosten amortisieren. Gleichzeitig steigert die Energieeffizienz die Attraktivität und Wertbeständigkeit der Immobilien.

Ambitionierte Ziele, aber auch Kritik

Münchens Vorgehen ist Teil einer umfassenden Strategie, die Stadtentwicklung an den Klimawandel anzupassen. Projekte wie die Festsetzung des Effizienzhaus-40-Standards als Mindestnorm unterstreichen diesen Anspruch.

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Zivilgesellschaftliche Akteure wie die Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) bemängeln die Umsetzung. Ihrer Ansicht nach bleibt die übergeordnete Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektive München“ zu vage. Es fehlten klare, messbare Ziele und ein ganzheitlicher Ansatz, um Zielkonflikte aufzulösen.

Die Debatte ist ein fortlaufender Prozess. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob München die hohen ökologischen Standards mit der dringend benötigten Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Einklang bringen kann.

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